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[DZS 1.5] Und fraget, was geschieht denn nun diesen Menschen, die da hinein kommen? Da sehet nur ein wenig her gegen Morgen; seht, da stehen schon eine Anzahl todtenbleicher Schaaren, umgeben von allerlei bewaffneten Menschen und giftigen Richtern, und sehet weiter da eine Anzahl Mordinstrumente, mit denen diese Unglücklichen hingerichtet werden. Allda sehet ihr brennende Scheiterhaufen, da Galgen, Schaffote und vielerlei andere Mordinstrumente. Sehet, das ist die letzte Besserungsanstalt für solche moralische Verbrecher!

[DZS 1.6] Nun werdet ihr fragen, was haben denn alle Diese angestellt? Ja, sage Ich, es giebt darunter Mörder, Räuber, Diebe, Ueberläufer und Aufwiegler des Staates. Es giebt ferner noch eine Menge Menschen, die durch allerlei Betrügereien dem Staate großen Schaden gebracht haben; darunter, die sich gegen eine oder die andere politische oder auch moralische Anordnung schwer verstoßen haben. Sehet, da sind sonach die Verbrechen dieser Unglücklichen aufgedeckt, insoweit dieselben als wenigstens ein scheinbarer Grund dienen können.

[DZS 2.6] Allein es ist nicht das Einzige, was solchen Gebern widerfährt; denn kommt da Jemand nicht recht tüchtig beladen und bepackt, so wird zwar die Gabe auch angenommen, aber der Geber wird nicht geprügelt, sondern wird von den Engeln mit allerlei andern schauerlichen Bußen belegt, welche Bußen von der Art sind, daß sie hier erzählt beinahe unglaublich oder wenigstens im höchsten Grade lächerlich klingen müßten.

[DZS 2.8] Ihre Grausamkeit hat in dieser Hinsicht keine Grenzen; und doch ist ihre Verfassung überall so proclamirt, daß Niemand nach ihrer Lehre die ewige Seligkeit erlangen könne, wenn er diesem Brama wenigstens nicht einmal in seinem Leben ein tüchtiges Opfer dargebracht hat.

[DZS 2.11] Ein anderes Begnadigungsmittel ist noch das, daß, so Jemand ein hübsches junges Weib genommen hat, so darf er dieselbe nicht eher berühren, sondern wenn er diese Gnade erhalten will, so muß er sie an die Grenze, da die Engel Wache halten, hinbringen. Allda muß sie sich im Angesichte der Engel ganz nackt ausziehen, in ein schon dazu bereitetes Bad steigen, und sich da waschen, und wenn sie aus dem Bade kommt, sich dann festlich schmücken, und sich von dem Wache habenden Engel drei Nächte hindurch beschlafen lassen.

[DZS 2.15] Ich will euch nicht all' die scheußlichen Bilder von Persien, Arabien, der Türkei, dem chinesischen Reiche, Sibirien und anderer kleinerer Staaten nicht zu gedenken, vorführen; denn ihr werdet nirgends etwas Anderes entdecken, als den allerscheußlichsten Völkerdruck, und der überall gepredigte Gott ist wahrlich nichts Anderes als der Satan selbst in den verschiedenartigsten Ausartungen seiner Bosheit.

[DZS 3.2] Sehet hier die nördlichen Küsten, sehet hier im Norden das alte Egypten; sehet weiter hin gegen Westen all' die euch bekannten Raubstaaten, besehet allda die schroffen Gebirgsmassen und zwischen ihnen wieder unabsehbare Sandwüsten und Steppen. —

[DZS 3.5] Sehet, wie ihre Priester ihnen von ihren Thürmen Fluch und Trug, aber keinen Segen predigen, und sättigen die Armen mit ihrer elysäischen Luft; während diese ihnen für dieses Nichts noch Das, was ihnen der Herrscher gelassen, wenigstens zur Hälfte opfern müssen.

[DZS 3.10] Damals beherrschten dasselbe Land Heiden zwar; aber sie waren doch wenigstens Menschen, und wußten wohl zu achten den Werth des Menschen, und ihre Lehre war eine, die, wie die mittelasiatische, aus den Zeiten Noah's herrührte, und war ihnen wohl bekannt das Wesen des großen Gottes; und waren aus dieser Kenntniß in mannichfacher Weisheit, welche sie freilich nur gewissen Menschen durch ihre Mysterien lehrten, und thaten dieses darum, damit der große Gott nicht durch irgend einen Unfähigen und Unwürdigen entheiliget werde; aus welchem Grunde ihr Land denn auch strotzte von den sogenannten Weltwundern aller Art, und ihre Weisheit und ihre Schule war bei allen Nationen als groß anerkannt.

[DZS 3.12] Doch daher blicket, und schauet kühne, bewaffnete Kletterer des Despoten kühn ersteigen die Bergspitzen, und sehet hin, wie sie sich hinabstürzen auf die friedlichen Hütten, all' die friedlichen Bewohner übel umbringen, und ihre ganze Habe fortschleppen, und setzen andere gefangene Menschen an ihre Stelle und legen ihnen bei der fürchterlichsten Todesstrafe die sauere Pflicht auf, wenigstens für 10 Jahre im Verlauf von 3 Jahren den Tribut für den Despoten zu erarbeiten.

[DZS 3.14] Nun da sehet weiter herauf, sehet hier mehrere despotische Kriegsknechte mit Schlingen, Schwertern und Schießgewehren versehen; daher sehet, wie so eben die Schlingen über die flüchtigen Bewohner dieser Gebirgsgegend hin und her geworfen werden; sehet da ein wenig gegen Westen, wie Einige über Felsen kletternd die Flucht ergreifen, Väter, Mütter, Kinder. Jung und Alt klimmen mit blutenden Fingern, um zu entrinnen den Wütherichen; aber sehet auch zugleich, wie ihnen diese nachsetzen, und nun Eines um das Andere von den Felsen herabschießen; und nun sehet, wie sie da schon eine Menge Gefangener, Männer und Jünglinge, zusammenknebeln, um sie auf die elendeste und niederträchtigste Weise an den Ort ihrer militärischen Bestimmung zu bringen.

[DZS 3.20] Nun lassen wir diesen nördlichen Theil dieses elenden Landes, wie auch den von ganz Afrika, und dahier sehet die unbekannte Mitte dieses Landes! Sehet hier noch hie und da die Hütten zerstreut, sehet, dieses Land ist groß und ist ringsum eingeschlossen von den unübersteiglichsten Bergen; sehet, das ist der einzige Punkt der Erde, da sich noch eine unverdorbene, höchst gutmüthige Menschenklasse vorfindet.

[DZS 3.25] Und nun begebet euch noch ein wenig hierher an die südwestliche Küste dieses Landes. Sehet da dem löblichen Menschenhandel ein wenig zu, sehet, wie allda despotische Wucherer ihre unter allen Namen verruchten Schiffe mit den armen unsterblichen Menschen vollauf bepacken; sehet ein wenig herein in dieses Schiff; sehet, wie es ringsum kaum spannhohe Bretergallerien hat, und wie da auf diese Gallerien gleich Holzscheiten diese Armen neben einander hin auf dem Bauche liegend geschichtet werden.

[DZS 3.28] Wie geschieht aber diese Untersuchung? Da sehet her, da gehet so eben ein sogenannter Sclavenwärter mit einem spitzigen Instrumente längs der Gallerien herum, und sticht irgend Einem in den Fuß, und schreit der so Gemißhandelte, so gilt das für ein Zeichen, daß er noch lebt.

[DZS 4.4] Rathet ein wenig, blicket hinein in seine Vorrathskammern; sehet, es ist wenigstens auf 6 Jahre verproviantirt. Schauet in die goldne Kajüte des Capitains; seht auf die Tische hin, und ihr werdet finden Karten der Länder und die verschiedenartigsten Meßinstrumente.

[DZS 4.11] Langsam bewegen sich nun die Fahrzeuge längs der Küste, um zu sehen, ob dieses Land schon irgend bewohnt ist, oder nicht? Sie entdecken nun so eben einen Ort, aus einfachen runden Hütten bestehend; sogleich nähern sie sich diesem Orte.

[DZS 4.13] Diese armen Fliehenden werden verfolgt, nicht selten fast gänzlich aufgerieben, oder, wenn es gut geht, wenigstens gefangen genommen und als gute Handelsprise nach Zeit und Gelegenheit in Amerika verkauft.

[DZS 4.14] Sehet, nun werdet ihr schon wissen, was dieß für ein Schiff war, und was es im Schilde geführt. Sehet, es war ein Schiff, das auf Entdeckungsreisen ausgeht.

[DZS 4.24] Und so seht, wird jetzt gegen diesen Sclavenhandel von Seite Englands wohl große dagegen strebende Aufsicht gepflogen. Wird nun ein solches Schiff, mit Sclaven bepackt, entdeckt, so wird es alsobald gewaltig strafend gefangen genommen, die Sclaven werden frei gemacht, und dort entweder frei zur Arbeit verwendet, häufig aber dann auch aus freier Hand verkauft; und so ist dann diese Handlungsweise nichts Anderes, als was das alte römische Sprichwort sagt: Scyllam prateris, Carybdim invadis.

[DZS 5.11] Sehet, wie hinter je zu 10 ein ebenfalls gut aussehender Sclavenvogt mit Flinte und Schwert bewaffnet, und obend'rauf noch eine scharfe Hetzpeitsche in der Hand hält, und wie sich ein Armer nur eine Minute lang von der Erde aufrichtet, um seinen Arbeitsschmerz zu lindern, da ihm durch das beständige Gebücktsein beinahe alle Glieder steif geworden sind; sehet nur hieher, und überzeuget euch selbst, wie grausam der ehrliche sorgsame Vogt alsogleich sein Hetzwerkzeug in Bewegung setzt, in dessen Benützung er eine solche Fertigkeit hat, daß jeder Hieb reichlich das Blut aus dem Leibe des getroffenen Armen entlockt.

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