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Kapitel 2 Die natürliche Sonne

2. Kapitel – Der Sonnenmensch im allgemeinen.

[NS 2.1] Also wüßten wir, daß die Sonne ein vollkommener Planet ist. Daher wollen wir uns auch nicht länger bei den Vergleichungen aufhalten, sondern uns sogleich, wie ihr zu sagen pflegt, mit Sack und Pack in die Sonne verfügen und sie von Pol zu Pol beschauen, jedoch nicht in der Ordnung wie bei einem unvollkommenen Planeten, sondern gerade in der umgekehrten.

[NS 2.2] Ihr werdet fragen: Warum denn? – Die Antwort wird Mir gar nicht schwer. Auch dürftet ihr sie sogar selbst finden, wenn euer Geist sich schon mehr seine Faulenzerei abgewöhnt hätte. – Die Ursache ist diese: Auf den unvollkommenen Planeten progeneriert alles bis zum Menschen hinauf, und der Mensch bildet da die letzte, vollkommenste Stufe der Dinge und Wesen. – Auf dem vollkommenen Sonnenplaneten aber fängt der Mensch die Reihe der Wesen an als ein Grund derselben – darum, da sie allesamt und sämtlich aus ihm hervorgehen. Und zwar nach der Ordnung seines Willens werden dann die untersten und letzten Potenzen durch die Strahlen des Sonnenlichtes transzendent in die andern Planeten, wo sie dann mit den atomistischen Tierchen und Wesen wie auch mit den alleisesten Ätherschimmelpflänzchen, die bis jetzt noch jedem Naturforscher unbekannt sind, ihren Anfang nehmen und sich sodann, wie schon bekannt, bis zum Menschen hinauf progenerieren.

[NS 2.3] Wenn ihr nun die Sache so recht bei Lichte betrachtet, so seid ihr in einer Hinsicht Kinder der Menschen der Sonne. Freilich, was da wieder betrifft den allein wahrhaft lebendigen Geist, der da in euch wohnet, da seid, wenn schon dem Außen nach betrachtet, ihr Kinder der Sonnenmenschen wieder umgekehrt so gut als ihre Eltern. Denn der unsterbliche Geist in euch ist Mir näher als der Geist der Sonnenmenschen, da er ein zurückkehrender ist, während der der Sonnenmenschen wie ein ausgehender ist.

[NS 2.4] Ihr werdet hier euch notwendig fragen müssen: Muß demnach etwa der Geist der Sonnenmenschen auch übergehen und ein Geist im Planetenmenschen werden? – Sehet, solches ist wohl ein gar großes Geheimnis und wurde bis jetzt noch von keinem Menschen geahnt. Ich will euch aber dennoch darauf führen.

[NS 2.5] Sehet, ihr wißt, wie zuerst alle Planeten nach der gerichteten Ordnung aus der Sonne ihren Ursprung nahmen – also wie diese selbst den ihrigen genommen hat aus den Zentralgrund- und Fundamentalsonnen. Ihr wisset aber auch durch schon so manche Mitteilungen, was da im Grunde alle Materie eines Planeten ist, nämlich nichts anderes als der sichtbare Ausdruck gefangener Urkräfte oder Geister. – Wo sind denn diese hergekommen?

[NS 2.6] Wenn der ganze Planet, wie er leibt und lebt, aus der Sonne hervorgegangen ist, da wird wohl etwa sein eigener Inhalt auch keinen andern Ursprung haben, da er und der Planet, auf ein Atom genommen, eines und dasselbe sind. Es handelt sich nun nur noch darum, daß ihr wisset, wie im Sonnenkörper ein Planet seinen Ursprung genommen hat, oder dann und wann noch nimmt, so wird euch ganz einleuchtend sein, was da für ein Los wartet auf so manche Geister der Sonnenmenschen.

[NS 2.7] Damit ihr aber solches noch vollkommener einzusehen imstande seid, so muß euch vorerst ein wenig der körperliche Bau der Sonne selbst gezeigt werden.

[NS 2.8] Die Sonne als planetarischer Körper ist so gebaut, daß sie in sich eigentlich aus sieben Sonnen besteht, von denen immer eine kleinere in der größeren steckt wie eine hohle Kugel in der andern. Und nur die inwendigste, als gleichsam das Herz des Sonnenplaneten, ist, wenn schon organisch, aber dennoch von der Oberfläche bis zum Mittelpunkte konkret.

[NS 2.9] Alle diese sieben Sonnen sind allenthalben bewohnt. Und es ist darum auch zwischen jeder Sonne ein freier Zwischenraum von ein-, zwei- bis dreitausend Meilen, aus welchem Grunde auch jede inwendigere Sonne vollkommen bewohnbar ist.

[NS 2.10] Ähnliche Beschaffenheit haben zwar wohl auch die unvollkommenen Planeten, aber solches natürlicherweise viel unvollkommener sowohl der Zahl wie auch der Beschaffenheit nach.

[NS 2.11] Da aber nun der vollkommene Sonnenplanet bei seiner außerordentlichen Räumlichkeit für eine außerordentlich große Menge von menschlichen Wesen faßbar ist, so darf euch auch gar nicht wundernehmen, wenn Ich euch sage, daß die Menschen auf der Sonne zusammengenommen ein tausendfach größeres Volumen bilden, als alle die der Planeten, Monde und Kometen, welche um die Sonne kreisen, zu einem Volumen zusammengenommen; und das zwar gerade, als wenn das räumliche Körpervolumen der einzelnen Sonnenmenschen um nichts größer wäre, als das Volumen eines Menschen auf eurem Erdkörper.

[NS 2.12] Nun werden wir bald dort sein, wo wir sein wollen; nur müssen wir zuerst noch wissen, woraus eigentlich die Materie des Sonnenkörpers selbst und sonach auch das gesamte Wesen ihrer Menschen besteht.

[NS 2.13] Die Materie des Sonnenkörpers ist eigentlich, was das Äußere betrifft, ein etwas fester gehaltenes seelisches Organ, in welchem zahllose Geister gewisserart in geringerer Haft gehalten werden. – Auf dem Sonnenkörper ist von Meiner Liebgnade aus aber auch ein zweiter, noch festerer substantieller Leib geschaffen worden, welcher zur Aufnahme dieser in der Sonnenmaterie haftenden Geister gar wohl tauglich ist. Wenn nun dieser Leib oder vielmehr ein wirklicher Sonnenmensch gezeugt wird durch den Willensakt eines Vormenschen, so wird alsobald auch ein Geist von diesem also gezeugten Menschen zur ferneren Freiheitsprobe aufgenommen. Ist die Aufnahme geschehen, welches allzeit sogleich nach der Zeugung geschieht, so ist der Sonnenmensch auch schon vollkommen lebendig da. Alsdann werden ihm Meine Willensbedingungen kundgegeben, und werden ihm seine eigenen Willensvollkommenheiten gezeigt, vermöge welcher er eine wahrhaft schöpferische Kraft besitzt und nichts braucht, als nur fest zu wollen, so gibt ihm der Boden der Sonne auch das, was er will.

[NS 2.14] Bei eben dieser Willensvollkommenheit aber wird dem Sonnenmenschen auch die Ordnung Meines Willens bekanntgegeben und zugleich das sanktionierte Gebot hinzu, daß er mit der schöpferischen Vollkommenheit seines Willens der ewigen Ordnung Meines Willens durchaus nicht entgegenhandeln solle. – Daß dann bei dieser sehr freien Willensanstalt auch sehr viele unordentliche Begegnungen gegen Meinen Willen gemacht werden, das kann ein jeder darum um so sicherer annehmen; denn ein jeder Wille, je freier und ungerichteter er ist, desto leichter und desto möglicher ist es ihm auch, über die gesetzlichen Schranken Meines Willens zu treten.

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