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Kapitel 401014 Naturzeugnisse

Der Südpol (am 14. Oktober 1840)

[NZ 401014.1] Es müßte denn Jemand nur blind sein, der nicht das Verlangen hätte, sobald er das Haupt eines Wesens gesehen hat, auch einen Blick auf dessen Füße zu werfen. Nun ist aber euch gezeigt worden das Haupt der Erde, so ist es auch zum Verständnis des Ganzen ebenso notwendig - die Füße in gewahrsamen Augenschein zu nehmen. Aber - werdet ihr sagen - die Erde ist doch nur eine Kugel und schwebt im freien Äther, wozu demnach ihr die Füße dienen sollen? Jedoch sollen hier nicht die Füße zum Gehen verstanden werden, sondern es soll durch die Füße nur die entgegengesetzte Polarität bezeichnet sein, welche entgegengesetzte Polarität, wie ihr später sehen werdet, dessen ungeachtet hier die völlige Eigenschaft eurer Füße hat. Denn seht, ein Wurm hat oft auch keine Füße und bewegt sich dessen ungeachtet von Stelle zu Stelle; so hat es auch das Bewandtnis mit fast den meisten Amphibien, an denen ebenfalls oft fast keine Spur von den Füßen zu entdecken ist, und doch bewegen sich einige derselben sogar sehr schnell, somit bedarf die Erde auch nicht absolut wirkliche Füße, die ihr auch nichts nützen würden, um ihre Reise um die Sonne zu machen, und sich tagtäglich regelmäßig um ihre Achse zu drehen; aber es muß euch schon im vornhinein einleuchtend sein, daß dem ungeachtet die Erde eine bewegende Kraft in sich besitzen müsse, damit sie nicht allmählich stehen bleibe, sowohl in der einen als auch in der anderen Bewegung.

[NZ 401014.2] Dieses alles müßt ihr vorher mit den Augen des Fleisches betrachten, bevor ihr dies ganze Bewegungssystem der Erde - und somit auch aller anderen Weltkörper geistig zu erfassen vermöget. -

[NZ 401014.3] Sehet, von allen diesen euch bis jetzt bekannten sogenannten Theoremen ist auch nicht Eines der Wahrheit nur so nahe gekommen, als ein fernes Sonnengebiet dem andern; denn mögen die Gelehrten der Welt auch nicht ein richtiges Urteil fällen über Erscheinungen, an denen sie sich doch die Nase blutig stoßen können, wie müssen dann erst die Urteile ausfallen - und wenn sie auch noch so hochtrabend klängen - über Dinge, die nie in den Bereich ihres Schauens gelangen werden und gelangen können; denn da heißt es wohl mit der größten Bestimmtheit:

[NZ 401014.4] Wer es nicht von Mir lernt, dem werden ewig verborgen bleiben Dinge, die gerade als die Ankerpunkte zu einem höheren Denken und Fühlen des Geistes als fundamentale Grundlage da sein sollen.

[NZ 401014.5] Wenn demnach in naturgemäßer Hinsicht alle Erscheinungen auf einem Weltkörper, wie die Erde ist, sich fußen auf der entgegengesetzten Polarität, wie können aber demnach dieselben je richtig beurteilt werden, wenn den Beurteilern gerade der Fundamental-Schlüssel fehlt? Sehet, aus diesem Grunde entdecke Ich euch hier naturgemäß und geistig den zweiten oder entgegengesetzten Pol der Erde, den ihr den Südpol nennet.

[NZ 401014.6] Wie sieht denn eigentlich der Südpol aus? Ihr werdet meinen - gerade so wie der Nordpol; allein Ich sage aber, er sieht ganz gewaltig anders aus, daß es euch sogar eine kleine Mühe kosten wird, trotz der folgenden allergenauesten Darstellung, euch denselben recht wohl vorbildlich zu versinnlichen.

[NZ 401014.7] Fürs Erste müßt ihr wissen, daß der südliche Teil der Erde meistens aus Wasser besteht, und nur hie und da größere und kleinere Inseln über die Fläche des Meeres emporragen.

[NZ 401014.8] Wie kommt es denn aber, daß gerade die nördliche Hälfte der Erde meistens aus Festland, und die südliche Hälfte meistens aus Wasser besteht? So ihr dieses recht berücksichtiget, so müßt ihr gewahr werden, daß nur dem Nordpole die anziehende Kraft, wie dem Südpole die abstoßende eigen sein muß. Ja gerade so ist es auch; denn durch den nördlichen Pol empfängt die Erde ihre Nahrung, verdaut dieselbe in ihren Zentralorganen, und befördert den Unrat durch den Entleerungskanal des Südpols hinaus.

[NZ 401014.9] Dieser Unrat wird alldort periodisch, wie die Lava aus einem Vulkane, nur viel flüssiger hinausbefördert, woselbst er dann wieder zu gewissen Zeiten des Auftauens dieser südlichen Polarregion von den stets stürmenden Fluten weggespült, und durch die anziehende Kraft der nördlichen Erdhälfte nach und nach als Materie mit dem Kontinente vereinigt wird; aus welcher Ursache in der südlichen Region auch immerwährend die größten Luftströmungen, wie auch unterwässerliche und auch oberwässerliche Strömungen nach allen Richtungen stattfinden.

[NZ 401014.10] Nach den ziemlich unrichtigen Gradmessungen der Erde könnet ihr so ungefähr den 79. Grad annehmen; allda fängt ein noch ganz unbekanntes Land an, und es ist ungefähr dasselbe, was die Alten 'terra incognita' (unbekanntes Land, d. Hg.) nannten; jedoch ist dieses Land bis auf den Pol hin auf mehreren Stellen mit Wasser tief unterbrochen, und so gleicht dieses Land um den Südpol einem Bande, das siebenfältig abgeschnitten ist, und diese Stücke voneinander getrennt um irgend einen Pol gelegt wären.

[NZ 401014.11] Dieses Land bildet sich von dem 7 Kratern des Südpoles.

[NZ 401014.12] Nun seht, das ist schon einmal ein bedeutender Unterschied zwischen dem Nordpole und dem Südpole. Der Nordpol hat nur einen Krater, wie ihr wißt, und der Südpol sieben.

[NZ 401014.13] Jedoch, was die Umfassung des Südpoles betrifft, so ist dieser nicht von so schroffem Eis- und Felsenriffen umlagert wie der Nordpol; sondern die Umlagerung müßt ihr euch denken wie aus großen halbzerdrückten Kugeln bestehend, welche teils aus einer gewissen Kalkmasse, mehrenteils aber aus ewigem Eise bestehen. - Wie sind denn aber diese Krater nebeneinander geordnet?

[NZ 401014.14] Wenn es je einem Sterblichen möglich wäre, diesen großen Pol der Erde zu überschauen, so würde er in der Mitte einen großen Krater entdecken, der in sich in zwei schneckenartigen Gewinden in einen großen Trichter einmündet; dann aber ebenfalls mit solchen zerquetschten Kugeln rings herum umlagert ist, über welcher Umlagerung sechs Krater sich fast zellartig befinden, welche ebenfalls wieder mit ähnlichen zerquetschten Kugeln auch schon früher erwähntermaßen umlagert sind, und ihre Mündungen in einem hornartigem Gebiege nach auswärts von dem Hauptkrater gewendet haben.

[NZ 401014.15] Der Durchmesser des Hauptkraters beträgt fünfzig deutsche Meilen. Die Zwischenlagerungen machen im Durchschnitte zehn deutsche Meilen aus, und der Durchmesser der kleineren Krater beträgt dreißig deutsche Meilen, nach welchen alsobald die große Hauptumlagerung aus erwähnten Massen einen Durchmesser von vierzig deutschen Meilen ausmacht.

[NZ 401014.16] So ihr nun alle diese Durchmesser zusammen addieren wollet, so wird euch der Gesamt-Durchmesser des ganzen Poles bekannt. Jedoch was hier das Licht betrifft, so ist diese Gegend daran außerordentlich arm, denn die Polarlichter, die am Nordpol zu sehen sind, die kommen hier nur sehr selten vor; und da eben diese Südpolsphäre, besonders zur Winterszeit, (was bei euch eigentlich der höchste Sommer ist) von den gewaltigen Stürmen heimgesucht wird, so ist diese Gegend immerwährend von den dichtesten Nebeln und Dünsten umlagert -, daß auch nicht der leiseste Strahl dahin zu dringen vermag.

[NZ 401014.17] Wenn die Luft zu dieser Zeit sich ebenfalls sehr verdichtet, so entstehen zwar wohl auch Entzündungen; allein ihr Licht hat viel zu wenig Intensität, als daß es fähig wäre, die umdunstete Gegend zu erleuchten, und gleicht mehr dem Lichte einer Spirituslampe; auch ist diese Luft aus naturmäßigen Rücksichten deswegen bei der größten Kompression weniger entzündbar, da ihr Stickstoffgehalt den Sauerstoff bei weitem überwiegt, was bei den nördlichen Polargegenden gerade der umgekehrte Fall ist.

[NZ 401014.18] Aus dieser Ursache ist auch der Südpol noch um viele Grade kälter, als der Nordpol, weil die Luft aus Ermanglung des ätherischen Sauer- oder Lebensstoffes noch viel mehr zusammenpreßbar ist, ehe es zu irgend einer Entzündung kommt, als wie die des Nordpols; daher auch das Eis des Südpols weiter heraus reicht, als das Eis des Nordpols, und daher auch der Südpol noch viel weniger je von irgend einem verwegenen Landsucher erreicht wird, als selbst der Nordpol.

[NZ 401014.19] Wenn der Nordpol auch selbst bis zu seinem Klippenrande erklommen würde, so wird aber doch Niemand ohne den sicheren Verlust seines Leibeslebens je nur die terra incognita erreichen, außer er müßte nur auf Mein Geheiß und unter Meinem Schutze hinreisen. -

[NZ 401014.20] Nun hättet ihr so ungefähr die möglich richtigste Darstellung dieses Poles, daher da ihr dieses nun habt, so wollen wir die Verrichtungen dieses euch etwas unheimlich vorkommenden Poles näher beleuchten. Die erste Frage, die sich da jedem notwendig aufwerfen muß, wird wohl diese sein: - ob auch diese Gegend von irgend einer Art Wesen belebt ist? Was diese terra incognita betrifft, so findet sich dort eine große Menge von sogenannten Eishühnern vor, welche Vögel zur Winterszeit ihre Heimat verlassen, um in großen Heereszügen andere nördlicher gelegene, hie und da schon bewohnte Inseln zu besuchen und alldort eine Nahrung zu finden. Aus diesem Grunde haben auch die Alten dieses Land, das sie freilich nur in ihrem Geiste gesehen haben, das Land der Hühner genannt.

[NZ 401014.21] Es gibt dort in den nördlichen Regionen dieser Länder auch vierfüßige Tiere, die den Eisbären der nördlichen Gegenden nicht unähnlich sind; allein bis auf die gegenwärtige Stunde hat noch kein sterbliches Auge eines Menschen ein solches Exemplar gesehen; und so gibt es dort fast durchgehends dem Nordpol verwandte Geschlechter, jedoch alle haben das negative Verhältnis, wie der Südpol zum Nordpol, so auch diese Geschlechter zu den Geschlechtern des Nordens, sowohl in den Gewässern, als auf den Festen des Landes. Jedoch was über den 82. Grad hinausreicht, da kann durchgehends gar kein lebendiges Wesen, teils der zu großen Kälte wegen, teils der ewigen Nacht und vorzüglich aber wegen Anhäufung der Stickluft, naturgemäß nicht mehr fortkommen. - Bevor jedoch noch die wirkende Beschaffenheit dieses Poles näher erörtert wird, muß noch notwendig erörtert werden, was gleich Anfangs über die Unrichtigkeit der Gradeinteilung bemerkt wurde.

[NZ 401014.22] Ihr wisset, daß die Erde sich um ihre Achse dreht; so ihr aber eine hohle Glaskugel nehmet und gebet ein wenig Wasser hinein, und bringet sie demnach in einen Umschwung um ihre Achse, so wird sich das Wasser alsobald zum Äquator dieser Glaskugel ziehen, und wenn dann ein fester Pol in diesem Wasser wäre, so wird das Wasser den Pol verlassen, und er wird nach dem Verhältnisse des Umschwunges nackt über den Spiegel des mitgeschwungenen Wassers ragen; und das um so mehr, wenn der Pol kein anziehender, sondern ein abstoßender ist. Seht, desgleichen verhält es sich auch mit dem Südpol, welcher eben daher mehrere Meilen über den Meeres- und Eisspiegel hinausragt, und sieht vielmehr aus als wie ein außerordentlich hoher, ewig unersteigbarer stumpfer Berg, und gibt der Erde, wenn ihr es so annehmen wollt, vielmehr die Gestalt einer Birne, als der eines Apfels; jedoch macht zum ganzen Rundverhältnisse der Erde dieses beinahe so viel als nichts aus, da seine Erhöhung nur in Allem kaum zwanzig Meilen beträgt, gegen welche Erhöhung freilich ein jeder andere Berg der Erde als ein kleinwinziger Zwerg erscheint; jedoch aber müßt ihr euch diese Erhöhung nicht als eine gerade, schroffe denken, sondern mehr als eine allmähliche, nach der Art des Baues einer mehr stumpf gedüteten Birne. -

[NZ 401014.23] Nun seht, dadurch müssen gegen den Südpol noch wohl einige Grade hinzuwachsen, da eure Geographen diese Unart der Erde bis jetzt nicht haben erkennen können, und in ihrem befangenem Starrsinn auch ewig nie erkennen werden, wie auch die Quadratur des Zirkels nicht. -

[NZ 401014.24] Nun gehen wir also zur tätigen Beschaffenheit des Mittelkraters. Ihr wißt, daß dieser demnach eine doppelte schneckenartig gewundene Mündung hat, wozu denn eigentlich?

[NZ 401014.25] Das soll euch gleich gezeigt werden. Für's Erste geht diese Doppelmündung, sich immer etwas vergrößernd, vom Mittelpunkte der Erde aus, wie die Gedärme vom Magen, und ist gleichsam der Hauptkanal, durch welchen das negative magnetische Fluidum gleich einem wogenden Feuerstrome mit großer elektrischer Schnelligkeit hinausgeführt wird. Erreicht nun diese qualmende Kraft durch dieses lange Schneckengewinde die Oberfläche, so wird sie sichtbar als ein weithin in die Regionen des Äthers qualmendes schmutzig gelbes Flammenlicht; und weil eben dieser Feuerstrom beständig hinausstößt in den ihm gerade entgegengesetzten Äther, so geschieht durch solches unablässiges Treiben und Treiben durch diese beiden schneckenartigen Gewinde eine Nötigung der Erde selbst, und von dieser Nötigung hängt dann der tägliche Umschwung der Erde um ihre Achse ab. Nun das ist die wirkende Beschaffenheit dieses Hauptkraters. Was haben denn die übrigen sechs Krater für eine wirkende Beschaffenheit? Seht, es gehen vom Mittelpunkte der Erde zahllose porenartige Gänge vom Hauptkrater in diese Nebenkrater, oder vielmehr von diesem Hauptzentralorgane in die sechs Nebenorgane. Diese sechs Krater sind demnach ebenfalls wie der Hauptkrater in unablässiger Tätigkeit und nehmen von selbem schwer fortzuschaffende gröbere Teile auf, wie z.B. Rauch, der alldort viel materieller und intensiver ist, als in den Gegenden des Nordens, und könnte höchstens verglichen werden mit den allerdichtesten Kalkdämpfen, und ferner nehmen diese Nebenkrater auch noch tausenderlei andere durch solche Prozesse entstandene Niederschläge auf, und fördern sie mit denn Dämpfen mit großer Gewalt hinaus zur Oberfläche.

[NZ 401014.26] Wenn hernach dieses Alles die Oberfläche der Luft erreicht hat, und zwar in dem glühendsten Zustande, so ergießt sich dann diese glühende Masse durch die bekannten sieben Spalten beständig in nördlicher Richtung in das Meer, wodurch dann selbes in unablässigem Kochen, Brausen, Sausen und Dampfen begriffen ist, welcher Akt auch diese Gegend mit den ununterbrochenen schon früher erwähnten Dünsten erfüllt. Damit sich aber diese glühenden Massen zurück gegen den Nordpol ergießen können, aus eben diesem Grunde haben diese Krater die früher erwähnte hornartige Rückbeugung.

[NZ 401014.27] Was hat demnach diese Erscheinung für eine wirkende Sphäre?

[NZ 401014.28] Um dieses zu begreifen, soll euch ein kleines Beispiel das Ganze dem Verständnis näher führen. So ihr je eine steigende Rakete beobachtet habt, so fraget euch, was hat diese Rakete in die Luft getragen? Und ihr werdet euch selbst antworten müssen, die aus derselben durch die Entzündung des Pulvers gewaltig herausströmende Luft bildete in dem Augenblicke ihres Entströmens eine immer sich verlängernde Luftsäule, und in dem Grade diese Luftsäule gewachsen ist, in diesem Grade ist auch die Rakete beständig höher und höher gehoben worden, und wenn diese Luft beständig der Rakete entströmt wäre, so würde auch die Rakete unendlich fortgestiegen sein (Rückstoß, Prinzip des Feuerrades).

[NZ 401014.29] Was werdet ihr, und was werden vielmehr die Gelehrten der Welt dazu sagen, wenn Ich euch sage, daß die Erde ebenfalls eine solche beständig fortfliegende Rakete ist? Und seht, damit ihr dieses gründlich begreifet, so müsset ihr wissen, daß Ich die Erde genau so gestellt habe, daß sie nicht harmonierend mit dem Äquator der Sonne steht, sondern denselben in einer schiefen Richtung je nach der Beschaffenheit ihrer agierenden Kräfte mehr oder weniger durchschneidet.

[NZ 401014.30] Die Sonne aber hat ebenfalls gleich jedem andern Weltkörper ihre bejahende und verneinende Polarität von ganz gleicher Beschaffenheit und Wirkung. Dadurch entströmen der Sonne durch ihre freilich etwas größeren Krater ebenfalls beständig ähnliche Stoffe wie die der Erde; wenn nun diese beiden Ausströmungen sich in ätherischer Wechselwirkung begegnen, alsdann geschieht es, wie ihr zu sagen pflegt, daß der Schwächere nachgeben muß.

[NZ 401014.31] Der der Erde durch diese sechs Krater weithin entströmende Ätherstrom stößt sich an dem aus der Sonne, und dadurch geschieht es denn, daß die Erde für's Erste beständig in der gerechten Distanz von der Sonne gehalten wird, und für's Zweite, weil durch die Rotation der Erde um ihre Achse die sechs Krater wechselweise unter den großen Sonnenätherstrom gelangen, so geschieht dadurch auch immerwährend eine Regulierung in ihrem Umschwunge durch die Sonne, aus welcher Ursache ihr Umschwung, was freilich noch keinem Naturforscher in den Sinn gekommen ist, ein wellenartiger ist; denn dieses geschieht darum, damit die Erde sich nicht allzuweit von der Sonne entfernen, noch sich derselben auf der anderen Seite zu viel nähern kann; denn wenn ein Erdkraterstrom mit dem Sonnenstrom regelmäßig zusammenstößt, so wird die Erde weiter von der Sonne hintangehoben, hat durch die Rotation der Erde die Stromsäule aus dem Erdkrater die Stromsäule der Sonne passiert, so fällt die Erde wieder so lange gegen die Sonne zurück, bis der Säulenstrom eines zweiten Kraters wieder feindselig dem Sonnenstrom begegnet; und wenn hier so manche Gelehrte bemerken werden, warum Ich solche Krater nicht um den Äquator gestellt hätte, da muß Ich schon sagen, daß Ich mich im Baue der Welten etwas besser auskenne, als irgend ein Dampfmaschinist in was immer für einem gelehrten Gremium auf eurem Staubwinkel der Erde; denn sehet, hätte Ich solche Krater an dem Äquator gelagert, so müßte Ich erstens deren sehr viele gemacht haben, wodurch dann bei ihrer vehementen Wirkung die Erde links und rechts um den Äquator auf mehrere hundert Meilen gänzlich unbewohnbar wäre; dieses wäre jedoch noch das Allergeringste, aber sie würde dadurch auch ihre schiefe Lage, die sie notwendig haben muß, wie auch ihren ekliptischen Gang um die Sonne alsobald einbüßen.

[NZ 401014.32] Was würde aber daraus entstehen? Für's Erste wäre der Verstand aller Gelehrten schon lange zur reinsten Asche verbrannt worden, da die Sonne in ihrer größtem Kraft ihres Äquators über ihrem Scheitel brennete, und wollten sie da etwa der zu großen Hitze der Sonnenstrahlen entrinnen, so würde sie dann aber auch alsobald eine ewig erstarrende Kälte der Polargegend in den bereitwilligsten Empfang nehmen; und da durch die beständigen Eruptionen des Äquators sich das Erdreich anhäufen würde, so müßte denn alles Wasser den Polargegenden zuströmen; und wenn dann solche Supergelehrte sich nicht die Natur der Fische aneignen möchten, so möchte es ihnen auch etwas schlecht gehen in dieser großen Trinkanstalt.

[NZ 401014.33] Wenn ihr nur ein wenig nachdenkt, so werdet ihr leicht einsehen, warum Ich den Südpol so sonderbar ausgezeichnet habe. Nun bevor wir einen kurzen Blick auf das Transzendente werfen wollen, muß Ich noch einem gar gewaltigen Naturgelehrten über sein loses Maul fahren. Es ist Einer da, der da sagen würde: Wenn dem so ist, so muß sich die Erde ja über Pol zu Pol zu purzeln anfangen, und somit noch eine dritte Bewegung annehmen. Seht, was die Gelehrten doch alles wissen, und wie sie besorgt sind um die Führung Meiner Weltkörper, - allein diese Sorge hab' Ich schon lange über Mich genommen, und bedarf durchgehends nicht ihres Rates; denn dafür habe Ich dem einen Pole ebensoviel Anziehung als dem andern Abstoßung gegeben, damit ein solcher Weltkörper in einer unzerreißbaren Schlinge wohlgeordnet seinen Weg geführt wird.

[NZ 401014.34] Nun noch einem ganz kurzen transzendenten Blick. Sehet, wie in übersinnlicher Sphäre den Nordpol bilden friedliebende demütige Geister, ebenso bilden den Südpol Geister, die den Nordgeistern schnurgerade entgegen sind.

[NZ 401014.35] Am Nordpol erscheint alles schroff und voll Zacken; diese Situation gleicht einem Menschen, der seine Arme weit ausstreckt, um alles mit Liebe zu umfassen und an sich zu ziehen. Der Südpol dagegen ist überall knotenartig aufgebläht, und gleicht im höchsten Grade dem Hochmute und der Eigenliebe, die sich knollenartig aufbläht, und für Niemanden zugänglich sein will, und daher sich auch nach allen Seiten so verschanzt, daß Niemand daselbst auch nur den allergeringsten Anhaltspunkt zu finden vermag.

[NZ 401014.36] Seht, daher ist diese Gegend die permanente Wohnung des Hochmutes und der allerfinstersten Eigenliebe, und die Geister sowohl verstorbener Menschen, die in diesen Eigenschaften die Welt verlassen haben, wie auch jene noch ungeborenen Geister, die nach und nach vermöge ihrer Grundbosheit zur langen Prüfung dahin geführt worden sind, allesamt dort wie in einem Knoten vereinigt, und damit sie in ihren Schranken verbleiben, werden auch dorthin Friedensgeister beschieden und pressen diese Geister so arg zusammen, daß diesen, wenn sie sich auch entzündeten, durchgehends zu einem weiteren Entzünden der Weg gänzlich abgeschnitten würde, und selbst die wenigen Geister, die sich noch dann und wann ihres zu gewaltigen Druckes entzündlich befreien, werden alsogleich von der großen Masse der Friedensgeister gefangen genommen, und in ihrer früheren Gestalt an das ewige Eis gefestet und in demselben so lange festgehalten, bis sich ihr Hochmut vollends abgekühlt hat; alsdann erst werden sie durch Meine Zulassung in großen Eismassen von dem Ureise durch unterirdische, ebenfalls von Geistern bewirkte Revolutionen als Treibeis in die schon etwas wärmeren Schichten des Meeres geführt; was mit solchen Geistern da ferner geschieht, wird euch erst bei der Enthüllung der ganzen Erde, und teils nach und nach bei den noch ferneren schon letzthin in Worte über das Erdbeben erwähnten außerordentlichen Erscheinungen, wie noch bei mancher anderen Gelegenheit kundgegeben werden.

[NZ 401014.37] Und so ist auch das Feuer aus dem Hauptkanal nichts als der Ausbruch des schäumenden Hochmutes der dahin verbannten Geister, welcher jedoch immerwährend von einem festen Engelsgeiste in der strengsten Ordnung erhalten wird; und seht, so bin Ich der Herr in allen Dingen. Was da nicht dienen will Meiner Liebe, das muß desto genauer und pünktlicher sklavisch dienen ewig Meinem Zorne, und es kann der Fürst aller Teufel und der Satan der Satane euch kein Haar krümmen gegen die Ordnung Meiner Gerechtigkeit.

[NZ 401014.38] Wohl aber ist er zu seinem eigenen ewigen Schaden aus der Ordnung der Liebe in die ewige harte Knechtschaft des Zornes getreten. - Seht, das ist die entgegengesetzte Polarität. Ihr aber, so ihr Meine Kinder sein wollet, verbleibet beständig zu der Polarität der Liebe eures heiligen Vaters. Amen! - Das sage Ich, euer Vater, als die ewige Liebe und Weisheit. Amen.

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