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Kapitel 72 Psalmen und Gedichte

72. Ein Strafgericht über Vorwitz. (11. Aug. 1840)

[PSG 1.72.1] Zum halten hab' ein klein' Gebot Ich liebend euch gegeben, / In kurzer Zeit hätt' ohnedieß erfüllt Ich euer Streben; / Jedoch da euch an Meine Lieb' gar wenig war gelegen, / So suchtet ihr euch Licht auf wohl von Mir verbot'nen Wegen! / Es sei das letztemal gesagt von Mir zu euren Herzen, / (Denn wie euch schon gesagt, Ich pflege nur einmal zu scherzen),

[PSG 1.72.2] So ihr euch noch einmal durch Vorwitz sollt't verleiten lassen, / Mit euren ungeweihten Händen und gar ohne Meinen Willen / Je einen noch so kleinen verbot'nen Äpfel anzufassen, / So werd' Ich euch mit Meinem Trost verlassen ganz im Stillen, -

[PSG 1.72.3] Dann werdet ihr umsonst zu Mir empor die Hände ringen, / Und eurer Stimme Rufen wird an Mein Ohr nur dringen / Als wie das Licht der allerfernsten und allerkleinsten Sonne / Zur lichtverwaisten, kalten, nackten, stummen Südpols-Zone.

[PSG 1.72.4] Auch Meinem Knechte werd' Ich dann ein and'res Plätzchen geben, / Und so euch ernstest strafen für ein derartig Bestreben / Nach einer Frucht, die Ich für euch noch nicht gesegnet habe. - / Recht wohl gemerkt, ihr Katzen, Luchse, und auch gar schlauen Füchse, / Die Weisheit liegt da wohl verwahrt in einer goldnen Büchse,

[PSG 1.72.5] Sie werde nie ein Eigenthum der schnöden Wißbegierde, / Nur Meinen Schwachen geb' Ich sie zur wahren Seelen-Zierde. / Wer nur nach eitlem Wissen strebt allhier auf eurer Erden, / Da sag' Ich wahrlich: dem wird nie Mein Licht gegeben werden!

[PSG 1.72.6] Wohl aber stillen, demuth- wie auch liebevollen Seelen / Werd' Ich, der gute Vater, auch das Kleinste nicht verhehlen; / Daher denn lasset euch von Mir noch einmal warnend sagen: / Verbotenes zu thun sollt ihr in Zukunft nicht mehr wagen!

[PSG 1.72.7] Ich sage "Amen." - Merket wohl, wer da zu euch gesprochen; / Sonst werden eurem Geiste einst die Augen ausgestochen, / Da ihr in großer Finsterniß durch lange Ewigkeiten / Euch gar ein schmählich, herbes Loos voll Zweifel werd't bereiten! -

[PSG 1.72.8] Nun merket, ihr stummen, tauben und blinden Vorwitzlinge! Meinet ihr denn, daß Ich ein Mährchen-Erzähler bin, wie ein altes Weib, oder ein alberner Schwätzer wie ihr es seid, da unter tausend Worten, mit denen ihr die Luft mißbraucht, kaum ein halbnützes ist! Sehet, das bin Ich durchaus nicht, sondern Meine Worte sind Kraft und Leben, und wesenhaft wahr; daher suchet euch selbst darinnen, in der Demuth und wahren Liebe zu Mir. Amen.

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