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[FL 0.2] So Ich euch nun in einem kleinen Liede eine unbeachtete Fliege etwas vorsumsen lasse, so denket, daß auch dieses geringfügige Thierchen nicht zu den Ungezählten gehört; denn so Mir die Atome des Lichtes und die Monaden des Aethers durch alle Unendlichkeiten und Ewigkeiten genau zahlenweise bekannt sind, wie soll es eine Fliege nicht sein, zu deren Bildung doch mehr als eine ganze Milliarde der Atome nöthig ist! Daher lassen wir eine Fliege ein wenig sumsen.

[FL 1.3] Es wäre wohl überflüssig, euch die Gestalt der eben zu besprechenden Fliege der Form nach kund zu geben, nachdem ihr doch schon ganz sicher werdet mehrere Fliegen gesehen haben; aber ihre denkwürdigen Einzelnheiten und die Art ihrer Entstehung sind da auf keinen Fall zu umgehen, sondern mit recht vielem Fleiße und aufmerksamen Geistes zu beachten.

[FL 1.9] Alle diejenigen Eierchen, welche entweder an feuchten Mauerstellen der Häuser, vorzugsweise der Thierstallungen, oder an faulem Holze, oder was immer anderem, Moderfeuchtigkeit Haltendem, gelegt werden, kommen fast meistens davon, was aber da ein Raub der Winde und des Wassers geworden ist, davon werden freilich wohl unbeschreiblich wenige zu Fliegen ausgebrütet; obschon dessen ungeachtet nichts verloren geht, daß es eine andere weise Bestimmung verfehlen sollte, ja sogar diejenigen nicht, welche von Menschen und Thieren nicht selten zu Millionen mit einem Athemzuge eingeathmet werden; — doch lassen wir diejenigen, welche denen andern vielen Bestimmungen zugeführt werden, und wenden uns sobald zu denjenigen, welche da ausgebrütet werden.

[FL 1.18] Sehet, das wäre demnach die Geburt, oder vielmehr die gewiß nicht wenig merkwürdige Entstehung der Fliege, und muß jedem Beobachter wunderbar genug vorkommen. Allein dieses Alles ist dessen ungeachtet noch das am wenigsten Wunderbare bei diesem Thiere. Was da noch folgen wird, in der möglichen Kürze, darüber werdet ihr euch erst groß erstaunen und verwundern, und so lassen wir dieses Merkwürdige an einem nächsten Tage folgen.

[FL 2.11] Aber, ihr werdet sagen, da geht es dann ja ganz natürlich zu; wie ist es demnach ein Wunder? — Worauf Ich euch freilich wohl nichts anderes zur Antwort geben kann, als: Je natürlicher euch eine Sache vorkommt, desto wunderbarer ist sie auch darum, weil es kein vergängliches und darum auch wenig nützendes, sondern ein bleibendes und demnach stets und für alle Zeiten wohlnutzendes Wunder ist für Den, der es in Meinem Namen beachten will, denn ihr brauchet nur ein wenig nachzudenken, und es muß euch sobald einleuchtend werden, an welchem Wunder da mehr gelegen ist, ob an dem Durchzuge der Israeliten durch das rothe Meer, oder ob an der Beständigkeit eines fruchttragenden Baumes, der heut zu Tage noch dieselben Früchte trägt, die er getragen hat zu den Zeiten Adams, und an unserer Fliege, die heutzutage noch dieselbe ist, als wie sie um sehr viele Millionen Jahre vor Adam war! Urtheilet nun selbst, welches Wunder sonach größer und wichtiger ist?

[FL 3.11] Sehet, diese Millionen und Millionen Fliegen sind allda beauftragt, das von der Sonne zu reichlich ausgeströmte sogenannte elektrische Feuer aufzuzehren, und es auf diese Weise zu schwächen, damit es sich nicht durch die eigene Überladung in sich selbst entbinde, und dadurch einer ganzen Welt einen Garaus mache; denn sehet, dieses elektrische Feuer ist ein überaus mächtiges Feuer; es versteht sich von selbst, in seiner bejahenden Sphäre; so lange die verneinende Elektrizität eines Erdkörpers im Gleichgewichte zu der bejahenden steht, die da entwickelt wird aus den Strahlen der Sonne, so lange ist keine Entbindung der bejahenden Elektrizität möglich. Wenn aber die bejahende nur um ein Tausendstel die verneinende übersteigt, so ist auch eine freie Entbindung der bejahenden so gut als gänzlich unverhinderlich. Wie wird sonach einem solch allgemein verheerenden Übel vorgebeugt? —

[FL 4.4] Wann ihr da dann Athem holet, so spazieren bei solcher Gelegenheit allzeit mehrere Trillionen in euch; obschon aber diese Thierchen so klein sind, daß ihr tausend Millionen auf einen Haufen noch gar nicht bemerken würdet, so macht aber dessen ungeachtet die Summe von mehreren Dezillionen, die ein Mensch manchmal an einem solchen Tage einathmet, doch schon etwas ziemlich Bedeutendes aus, und könnte ganz vollkommen genügen (da diese Thierchen dem leiblichen Leben höchst gefährlich sind), um den Menschen sodann plötzlich das naturmäßige Leben zu nehmen. Denn die dem naturmäßigen Leben unzuträgliche Beschaffenheit dieser Thierchen ist nahe das, was da ist die allervollkommenste Blausäure.

[FL 5.12] Sehet, diese Thierchen umschwirren und umsumsen und umtrippeln gar sorgfältig einen solchen Tagschläfer, und saugen durch ihre Füße und ihre sonstigen Härchen und Spitzchen die zu viele positive Elektrizität in sich, damit dadurch bei dem Schläfer diese positive Elektrizität, unbeachtet ihres übermäßigen Vorhandenseins, nicht gänzlich die negative unterdrücken, und demzufolge dem schlafenden Menschen sein natürliches Leben auch fort erhalten werden kann.

[FL 5.13] Wenn aber solches nicht der Fall wäre, daß da solche unbeachtete Regulierer dieses natürlichen Lebensstoffes thätigst das möglichste Gleichgewicht aufrecht hielten, so wäre es mit dem natürlichen Leben auch im selben Augenblicke aus, sobald die positive Elektrizität die negative gänzlich besiegt hätte. [In kleiner Schrift: (Hitzschlag? Gefahr bei Fliegenabhaltung.)]

[FL 5.17] Sehet, Meine Lieben, solches Alles werdet ihr erst dereinst vollkommen erkennen, und so lasset uns denn wieder zurückkehren in diese engen und bis jetzt noch völlig unbeachteten Wirkungskreise, d. h. lasset uns wieder zurückkehren zu unserer kleinen Fliege, und an derselben noch einen wohlnützlichen Nebenzweck beachten.

[FL 6.29] Solches beachtet wohl! und es ist sicher der Mühe wert, Meine väterliche Sorge an den kleinen Dingen zu beachten, damit es dem Zweifler doch einmal klar werden möchte, daß Ich nicht ein alles fressender, unbegreiflicher Macht-Gott bin, sondern daß Ich nur einzig und allein ein wahrer Vater bin allen Meinen lieben Kindern, und bin kein verschwenderischer Vater, sondern ein überaus wirtschaftlicher, der Ich sogar den Unrat einer Fliege zum Besten Meiner Kinder zu verwenden weiß.

[FL 6.32] Ja, ja, Meine Lieben! Beachtet nur diese kleine Fliege, sie singe euch wahrlich vom Siege, welchen ihr aber erst vollkommener in der nächstfolgenden positiv-polarischen Darstellung deutlicher und deutlicher erkennen werdet.

[FL 7.24] So wir dieses wissen und verstehen, so werden uns, Meine lieben Kleinen, auch die ersten zwei gestellten Fragen, wie und warum nämlich die Fliege lebt, so gut als wie schon vollkommen beantwortet sein; denn wie sie lebt, beantwortet sich schon aus dem, daß sie ebenfalls ein solch gestellter Sammelpunkt für das ausgehende Leben aus dem Centrum ist, und nimmt daher in sich sammelnd gleichsam das Leben von einer Unzahl Vorgangsthierchen in sich auf.

[FL 8.2] Werfet einen wohlbeachtenden Blick zur Sonne; wer aus euch kann es wohl ermessen, bis wie weit hinaus von ihr die letzten Strahlen reichen? Gewiß wird das keine unbedeutende Distanz ausmachen; so ihr das Alter der Sonne auf mehr denn hunderttausend Dezillionen Jahre ansetzet, binnen welchem für euch undenkbar langen Zeitraume die Sonne fortwährend ihre Strahlen in den unendlichen Raum hinausgeschickt hat, so zwar, daß diejenigen Strahlen, welche zuerst von ihr ausgingen, noch bis jetzt auf dem schnellen Wege in die weite Unendlichkeit hinaus sind, dafür aber auch noch zahllos mehrere Strahlen zu ihr wieder von den Punkten zurückgekehrt sind, von denen sie aufgefangen wurden, so werdet ihr das voraus Gesagte über die Lebensansammlungspunkte um so sicherer und gründlicher einsehen, da euch die tagtäglich scheinende Sonne überlaut sagt: „Sehet, so lange schon spende ich meine Strahlen in die weite Unendlichkeit hinaus, und dennoch ist mein Licht um nichts schwächer geworden, als es war, vor für euch undenklich langen Zeiten.“

[FL 8.7] Nun sehet, wenn ihr dieses ein wenig beachtet, so werdet ihr ja doch schon mit den Fingern leicht finden, wie gestaltet von Mir aus, von Unendlichkeit zu Unendlichkeit die Wirtschaftung des Lichtes eingerichtet ist, und daß auf diese Weise auch nicht das allerkleinste Atom in dem endlosen Äther der Unendlichkeit zwecklos schwimmt. —

[FL 8.11] Diese Frage ist wohl sehr leicht und verständlich zu beantworten, so ihr doch sicher annehmen müsset, daß der ausgehende Strahl, da er in Zeit und Raum enthalten ist, doch sicher etwas, wenn auch noch so unwägbar Subtiles, aber dennoch Materielles ist.

[FL 8.26] Zum Theile wisset ihr solches zwar schon ohnehin, dessen ungeachtet aber wird es der Sache keinen Schaden bringen, so dahier eine kleine Wiederholung geschieht, und so höret denn: Diese ausgehenden Licht-Atome sind auch zugleich, wie ihr schon wisset, die erste Stufe und der Entstehungsgrund der euch schon einmal bekannt gegebenen Lichtthierchen.

[FL 8.37] Ich sage euch aber noch hinzu, daß in dieser Betrachtung als Sammelpunkt des Lebens eine einzelne Fliege mehr zählt, als unser ganzer früher gebildeter Planetklumpen; und wenn ihr solches beachtet, so werdet ihr auch einsehen, wie hoch das Leben selbst nur schon in einem ersten Fünkchen über die äußere Materie erhaben ist, und werdet demnach auch einsehen, um wie vieles das Leben eines einzelnen Menschen höher steht als alle Sonnen und Planeten einer ganzen euch bekannten Hülsenglobe. [In kleiner Schrift: ( Siehe in Nr. 22, XII)]

[FL 9.22] So weit hätten wir es nun gebracht, aber dessen ungeachtet wird ein Jeder sagen: Solches mag wohl richtig sein, aber was das eigentliche Leuchten an und für sich ist, wissen wir denn doch noch nicht.

[FL 9.29] Da aber seine äußere negative, ihn umgebende Polarität, also beschaffen ist, daß sie zwar, bis zu einem gewissen Grade wohl ausdehnbar, sonst aber dennoch unzerstörbar oder vielmehr unzerreißbar ist, so dehnt sich der freiwerdenwollende Geist in derselben zwar insoweit aus, als es thunlich ist; da er aber dessen ungeachtet nicht durchbrechen kann; so zieht er sich schnell wieder zurück, und versucht aber dann wieder mit irrig vermeinter, erneuerter Kraft, seine Hülle zu zerreißen, welchen Akt mancher Geist in einer Sekunde viele tausend Male zu wiederholen im Stande ist; – dieser Akt wird der „Grimm“ genannt, und ist begleitet mit dem stets wachsenden Zorne.

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