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[RB 1.68.4] Wendet sich darauf der Pathetikus zu Mir, und spricht: „Aber lieber bester Freund, ich bitte Sie um Gotteswillen – dieser Kreatur zu untersagen, fürderhin so ein loses Maul gegen Männer von Ehre und Reputation zu haben! – denn sie stellt einen ja her, als wenn man der allergemeinste Schuhflicker wäre! Es ist wohl wahr, daß wir hier in der Geisterwelt sind, wo der Standesunterschied auf ewig aufzuhören hat; aber der Unterschied der Intelligenz und der feinern Bildung kann so lange nicht aufhören, als bis diese auf Erden vernachlässigten und verwahrlosten menschlichen Potenzen nicht jenen Grad von Bildung und Humanität werden erreicht haben, durch den allein sie einer bessern Gesellschaft angenehm und interessant werden können! Ich bitte Sie, lieber Freund, bedeuten Sie das doch dieser weiblichen echten Lerchenfelder Kreatur!“

[RB 1.68.5] Rede Ich: „Mein lieber Freund, es thut Mir leid, hier Ihrem Verlangen auf gar keinen Fall Gewähr leisten zu können, und zwar aus dem alten Grunde, dem zufolge vor Gott alles ein Gräuel ist, was die sogenannte bessere Welt groß, glänzend, erhaben und schön nennt und preiset! Denn Gott bleibt Sich stets gleich, und hat nie ein Wohlgefallen an solchen Ehrenmännern, die den Menschenwerth nur nach der Anzahl der Adelsahnen, oder nach der Amtswürde, oder nach der Vielheit des Geldes bestimmen, alles Andere aber, was nicht adelig, nicht beamtet, und nicht reich ist, als Kanaille bezeichnen. Aber alles, was vor der Welt klein, gering und oft sehr verachtet ist, das steht wieder bei Gott in großen Ehren! Und so muß Ich Ihnen hier auch ganz offen bekennen, daß Mir, als einem allerintimsten Freunde Gottes, diese von euch sehr verachtete Lerchenfelderin gerade um eine volle Million mal lieber ist, als Ihr, meine hochadeligen Freunde, d. h. wenn Ich so frei sein darf, euch als Meine Freunde zu titulieren! – Ihr habt aber dieser Armen nun sehr genützt; denn von nun an will Ich sie erst recht fest an Mich ziehen, um ihr eine Bildung zu geben, vor der die Engel selbst einen Respekt bekommen sollen; sie wird bald sehr hoch Oben stehen, und eine Zierde dieses Hauses sein! – wo ihr Ehrenmänner aber euch in der Kürze befinden dürftet, das wird die leidige Folge zeigen! Ich ersuche euch aber, eures eignen Heiles willen, diese Arme ja nicht mehr zu belästigen, denn sie gehört nun ganz Mir an! – (Mich zur Heldin wendend): Und du Meine liebe „Magdalena,“ bist du damit zufrieden?!“

[RB 1.68.7] Spr. der Pathetikus: „No, schon gut, schon gut, – hört ihr meine Kameraden, wenns in der Welt der Geister überall so fade zugeht als dahier, da ist diese Welt eine saubere Bescheerung für die sauern Vorbereitungen auf der Erde, zu eben diesem viel gerühmten Leben der Seele nach dem Tode des Leibes! Auf der Erde hat der gebildete Ehrenmann sich doch durch seine Stellung, durch sein Staatsamt, und durch seine Wohlhabenheit vor den Angriffen solch gemeinsten Geschmeißes verwahren können; hier aber wächst einem dieses Lumpengepack ganz keck über's Haupt, und man wird sich am Ende etwa gar noch müssen eine Gnade daraus machen, daß Unsereinen so eine pausbackige Dirne anschauete! Zum größten Ueberflusse aller sozialen Fadheiten muß dieser sonst recht ehrenwerth aussehende Mann sich auch noch für diese faule Pomeranze von einer Lerchenfelderin intressiren, und sie uns zum Trotze gerade und linea recta bis zum Himmel erheben! das ging uns hier gerade aber auch noch ab, zur vollen Verzweiflung! Der sagte, daß er ein allerintimster Freund Gottes sei! Nach dieser seiner Neigung zu der pausbackigen, vollbrustigen und p'hombös und ominös dicksteußigen Lerchenfelderin zu urtheilen, muß die ihm so sehr befreundete Gottheit ein wahres Superlativ aller Gemeinheit und der allergroßartigsten Fadheit sein! Diese faule Dirne stinkt vor Unzucht, und er will sie bilden, und sie zur Zierde dieses Hauses erheben! Hört – das wird eine schöne Zierde werden! Hahaha, oder was!?“ -

[RB 1.70.5] Nur zu bald boten sich mir tausend Gelegenheiten dar, mich als ein Feldherr auszuzeichnen; alle Operationen, die mir anvertraut wurden, habe ich glänzend durchgeführt, und so fehlte es auch nicht an glänzenden Auszeichnungen. Nach etwa 4 Jahren kehrte ich nach England zurück, natürlich geadelt, und auch ungeheuer reich; ich schützte Gründe vor, um mich pensioniren zu lassen; allein – sie wurden nicht angenommen; aber dafür bekam ich einen halbjährigen Urlaub, den ich natürlich dazu benützte, um meine Heirathsgeschichte in die nun vielleicht doch mögliche Bewerkstelligung zu bringen?!

[RB 1.70.11] Das Beste an der Sache war das, daß mich meine Emma noch mit derselben Gluth liebte, wie ehedem, und daß sie meine Briefe richtig erhielt, aber dieselben nur stumm und unter vielen Thränen in ihrem Herzen beantworten mußte. Ich bot nun natürlich alles auf, um den Alten in Punkto seiner Tochter mir geneigt zu machen; aber da war Alles vergebliche Mühe; kurz, ich stand nach einem Vierteljahre auf demselben Punkte mit ihm, als wie am ersten Tage meines ihm gemachten Besuches! -

[RB 1.71.4] jetzt erst war es bei meiner Emma völlig aus! Ihre hochmüthigen Geschwister machten ihr die bittersten Vorwürfe, und machten sie gleichsam zur Mörderin ihres Vaters, der noch sterbend die Hände nach seiner einzigen Emma ausgestreckt hätte! Solche Nachrichten brachten sie, was leicht begreiflich, ans Krankenlager, und mich um mehrere Tausende. Sie ward wieder gesund, und verlangte von mir nicht selten Opfer, die ich kaum erschwingen konnte, die ich ihr aber dennoch mit aller Zartheit darbrachte, obgleich ich von ihr weder Geld noch die erste Liebe wieder zu erwarten hatte. Aber der Zufall wollte, daß ihre Geschwister nach ein paar Jahren an einem bösartigen Typhus starben, wodurch mein Weib, und Mutter von ein paar Töchtern, die alleinige Erbin von einem großen Vermögen wurde! Da sollte man denken, dieß wird meine Emma fröhlicher, und mir geneigter machen, indem sie früher oft das als einen Hauptgrund von ihrer Traurigkeit angab, daß sie als eines der reichsten Kavaliere Tochter mir zu einem gänzlich vermögenslosen Weibe ward, dessenungeachtet sie aber meine Kasse dennoch gehörig zu gebrauchen verstand, wenn es galt, sich als Tochter des reichen Barons zu zeigen.

[RB 1.71.19] Wahrlich, Euer Durchlaucht, ich rede nun die volle Wahrheit, so lange ich als eine Arme an seiner Seite stand, da liebte er mich mit einer Kraft, die ich kaum begreifen konnte; als ich aber durch den traurigen Zufall die alleinige Erbin eines großen Vermögens wurde, und nothwendig glaubte, daß mich mein Herr Gemahl nun noch doppelt mehr lieben werde, weil ich nun auch in den Stand gesetzt bin, ihm die vielen Opfer, die er mir darbrachte, nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit aller That wieder zu erstatten! Aber da ward es gerade aus bei ihm! Er äußerte mir nicht nur keine Freude darüber, sondern er ärgerte sich allzeit darüber und sagte mir wie oft ins Gesicht: – Dein Geld wird diesem Hause Fluch, nie aber einen Segen bringen! – Wenn ich ihm die großen Stöße von werthvollen Staatspapieren, und andere große Schätze zeigte, da blickte er mit Verachtung über sie hin, als wären sie ein kaum zu beachtender Hausmist! Ueberlegen Euer Durchlaucht nun ganz nüchtern solche meine Lage, und urtheilen dann erst über mich, ob ich hier wohl eine so große und infame Sünderin bin, als wie Sie und Ihr Herr Adoptivsohn es nun meinen!'“

[RB 1.72.1] „Bei dieser Darstellung ihrer Herzensnoth mußten wir beide freilich wieder große Augen zu machen anfangen und sagen: Ja, wenn sich die Sachen also verhalten, da bleibt uns freilich nichts anderes übrig, als zu sagen: Mea culpa, mea culpa, mea quam maxima culpa (meine eigene größte Schuld!)

[RB 1.72.3] Worauf ich (Pathet.) erwiederte: 'Mein wahrhaftigster, hochgeehrtester und geliebtester Vater! Meine Liebe zu meiner himmlischen Emma hat sich noch nie gndert, und ist auch noch nie schwächer und geringer geworden, als sie bei unserer ersten Bekanntschaft war; aber so die gute allerliebste Emma dort Schatten und Gespenster sah, wo sie nicht waren, und auch nicht sein werden, da kann ich wahrhaft wenig oder nichts dafür! Daß ich mich nicht eifersüchtig zeigte, oder ihr gar Vorwürfe machte, so sie Gesellschaften gab, das ist allein nur meinem zu zartfühlenden Herzen zuzuschreiben; daß ich bei mir aber dennoch so Manches empfand, das ich durchaus nicht zu den angenehmsten Empfindungen meines Lebens rechnen kann, das weiß freilich nur ich allein! Was aber ihr großes Vermögen betrifft, da muß ich leider selbst eingestehen, daß ich darauf nie einen Werth gelegt habe, denn ich dachte mir: Was du brauchst, um recht anständig leben zu können, das hast du; ein Luxusleben aber ist und bleibt stets ein Gräuel vor Gott und aller wahrhaft bessern Welt! – Und so muß ich offen gestehen, daß mich der Anblick des furchtbar großen Vermögens meiner Emma höchst unangenehm berührt hat; denn je reicher irgend ein Haus ist, destomehr Gelegenheit bietet es auch zu allerlei sündigen Ausschweifungen!' (mich zur Emma wendend) 'Sieh', so du die Tausende den Armen hättest zukommen lassen, die dich deine abgehaltenen Gesellschaften kosteten, wie glücklich wären diese, und wie glücklich wären wir Beide! Aber du wolltest mich dadurch nur necken, und sieh', das war nicht löblich von dir, und ich glaube solch' eine empfindliche Strafe von dir durchaus nicht verdient zu haben; denn einen noch zärtlicheren und nachsichtigst geduldigeren Gatten kann es wohl kaum noch irgendwo mehr geben, als ich es bin und allezeit war!?' -

[RB 1.72.5] Die Emma stutzte hier und wußte nicht, was sie nun thun solle!? Nach einer Weile sagte sie mit einem wahrhaft stoischen Gleichmuthe: 'So du mich schon liebst, wie du sagst, so thue mir doch diesen Gefallen, und nehme diese Papiere in deine Verwahrung und Sorge, denn du weißt es ja, daß ein Weib mit dem Gelde nicht umzugehen weiß!' Worauf ich sagte: 'Das ist ganz etwas anderes; mit dem größten Vergnügen von der Welt will ich in dieser Hinsicht deinem mir allertheuersten Verlangen nachkommen! Aber nun mußt du mir auch deine Hand zum Zeichen, daß du mir wieder gut bist, darreichen, und auch um einen von mir schon lange vermißten Kuß nicht verlegen sein! Komm Emmchen komm, und mache mich wieder glücklich!' – Sie spricht: 'Dazu hat es schon noch Zeit, mein Herr Gemahl; eine Frau muß mit dem Besten, das sie hat, nicht gar zu freigebig sein, so sie den Kuß der Liebe aufrecht erhalten will; verstehst du das?! Dann muß ich dir noch etwas besonderes bemerken, das für dich zwar eine kaum beachtenswerthe Kleinigkeit sein wird, aber für mich durchaus nicht; ich habe dir schon einige Male gesagt, daß ich nicht Emma, sondern eigentlich nach meinem ersten Taufnamen Kunigunde heiße; warum nennst du mich denn immer Emma, und warum nicht Kunigunde, einen echt altadeligen Namen, auf den meine Mutter und Großmutter getauft waren?! So du mich wahrhaft liebst, so nenne mich in der Zukunft auch bei meinem würdigen rechten Namen!' -

[RB 1.72.6] Ob dieser Liebebedingung kommt mir und natürlich auch dem Herrn General das Lachen, und das wegen eines, ich glaube Nestroyschen Theaterstückes, in dem eben die gute Kunigunde mit ihrem Eduard durch ein lakonisches Lied sehr profanisirt werden! Ich sage daher auch zur Emma: (Path.) 'Aber meine liebe zarteste Gemahlin! das that ich ja nur aus purer Achtung zu dir; du kennst ja doch das gewisse Stück, in dem das Lied von Eduard und Kunigunde auf eine malhonnetteste Art herabgesungen wird zur Belustigung des Publikums!? So oft ich dich rief, so fiel mir auch allzeit jenes dumme Lied ein, das mich selbst schon so manche Lache gekostet hat, was ich dir auch kundgab, und du mit mir ganz einverstanden warst; denn der Name Emma klingt doch offenbar ästhetischer als Kunigunde. Willst du von nun an aber schon durchaus Kunigunde heißen, no, in Gottes Namen, so will ich dich ja auch recht gerne Kunigunde nennen.' Spricht sie darauf etwas bissig: 'Ja, ja, was man nicht mag, das sucht man auf jede Weise lächerlich zu machen!' – 'Aber Weibchen', sage ich, 'was fällt dir denn ein!? ich werde dich etwa doch nicht lächerlich machen wollen, dich, die du mir so unendlich lieb, werth und theuer bist. Ich wollte dich ja eben durch den schönen Namen Emma aller Lächerlichkeit entheben, nicht aber selbst lächerlich machen; so aber eben der Name Kunigunde durch das dir so gut wie mir bekannte Theaterstück ohne unser Wissen und Wollen lächerlich gemacht worden ist, sage, kann ich da etwas dafür?! Ich hoffe aber, daß du dich darüber hinaussetzen wirst, und diesen Prozeß für beendet ansehen, und wirst mir nun die Hand zur gänzlichen Aussöhnung reichen, und geben den sehnlichst erwarteten Kuß oben darauf? oder hast du etwa noch was im Hintergrunde?' -

[RB 1.74.3] Spricht der Max Olaf: „Lieber Freund! mir kommt es hier sehr stark also vor, daß wir uns fast ausschließend an jenen Mann werden müssen zu halten anfangen, so wir eine bessere Fortsetzung unseres Lebensdramas an uns werden gewärtig sein wollen! Denn sieh, ich machte nun immer so einen stummen Beobachter, und meinen Feldherrnaugen ist nichts entgangen, was alles sich hier in diesem Gemache zehn Schritte von uns entfernt, während deiner Lebenserzählung, für mein denkendes Gemüth von größter und beachtenswerthester Wichtigkeit ereignet hat! Die Lerchenfelderin wurde neu bekleidet, und sieht nun wie ein purster Engel aus, und je mehr sie jenem sonderbaren Manne mit Liebe zugethan ist, desto schöner und weiser wird sie auch! – Aber nicht sie allein ist so glücklich; ich sehe schon eine Menge, die früher gleich uns sehr elend da gestanden sind; wie sie sich aber jenem Manne mehr und mehr haben zu nähern angefangen, da bekamen sie auch sogleich ein besseres Ansehen, und ihre Kleider verwandelten sich nahe, wie ihre Gemüther!

[RB 1.75.16] Spricht M. O.: „Ja, ich sage es Ihnen ohne Scheu: Aut Caeasr aut nihil! entweder Er, oder sonst Keiner! Seine an mich gerichteten endlos großen Worte, fielen bei mir durchaus nicht auf Sand und Fließpapier, sondern in alle Tiefe meines Herzens; und dieses sagt mir nun stets: Er und sonst ewig Keiner! Verstehst du diese Kraft? So fragt mich mein Herz. Und mein Geist antwortet: Ja! Herz! Den du liebst, Der ist es, und außer Ihm ist Keiner mehr! – – Aber nun nichts weiter davon, sondern auf und zu Dem hin! Heil dem, der mir folgt!“

[RB 1.76.1] Tritt darauf der schon bekannte Franz zum Pathetikus, der weiland auf der Welt sein treuer Stiefelputzer war und sagt: „Mir san hier wuhl olli gleich, ober i sog zu Siener denno Euer Gnodn! Hörns, Se sann holt do akradi a so, wia's af dr Welt woarn; un das kimmt mi hold a so vur, als waons net recht war, verstängens mi! Af de Welt woarns freili a reacht großer Herr, und woarns dozu a no blitztausendelementsakrisch reich, zu welche Reichthum Ihm freilich ihre Genädige z'meist verhulfe hod; ober mit oll den ist hiatzt goar, denn mer san do in de Geisterwelt, verstängens mi?! un do hoaßts hiatzt net hopertaschi sein! do muaß a nijederner schön dehmiethi sein, sist giebt's spanische Mucken und an Loxenburger Spargl! De guate Herr do mants guat mit uns, und hot uns a bißl a Lichtl gmocht, un do moan i hold, des sulle wiar net so leicht obe schlucken ols ani spanische Wind!? – Gängens Se nur mit uns, i moan, 's wird sener Schode net sein! und do schans her, senre liebe Mierl is a do, wißn's, de Sei holt so nebe senre Genädigen ghobt hobn, verstängens mi!? – un do moan i holt, wo Ihre Mierl is, do sulle Sei a net fehle! Woas moanens denn?“

[RB 1.76.5] Da tritt aber die Mierl hervor und sagt (zu ihr): „I bitt Euer Gnodn tausendmol um Verzeihung, doss i Seanern Mann ghobt hon! i bin sonst alliwal a guats und bravs Diandrl geweßt; aber wie beim Sperl draußt hob i amol Seiner Herrn kennen gelernt, weil er mir goar so zugsetzt hot, und hot mi af Tod und Lebn s' Heurathe schriftli versproche! un do hon i holt gmoant, 's kinnt v'leicht do miagli sein! Und der Sausackre hot mi von an Johr zum andern schön bei der Nose herum zogen, und vom Heurothe woar goar kane Red mehr; ober do hob i nix gwußt, daß dieser Sausackre verheuroth woar! Schan sie, dos hob i erst hiatzt ghört! ober hiatzt gfreuens Ihne a, wia i den Sausackre meine Manung söge werd; – Na, der sull af seine 1000 Mol betrogne Anna Mierl denken!“

[RB 1.76.6] Darauf wendet sich die Mierl zum Path. und spricht: „No, Sei Sausackre von an holbenglischen Wosserfiacker, und nochr hiar do, i moan in Wean, wia mer no af der Welt woarn, so a pensnirter Frierschitz oder wos Sei woarn! woas moannes epr, woar Sei san?! Jenem Gneadige kunts schun an Antwurt gebn, de Sei af dr Welt so damisch aongschmiert hon?! Redns hiatzt, waos a Guraschi hobn, Sei damischer Sausackre Sei! Wisse Sei, wos Sei mi olles gsogt hobn, und wia Sei a lediger Herr san, und wos für a Mengi Geld Sei hietn! – O Sei damischer Sausackre Sei! schans, waon Sei schon a so an groaßer Herr warn, wie Sei mi angloge hobn, und hietn Sei goar a so a groaße Ehr in Seinern Leib, do wärn Sei do unmiegli goar a so a damischer Sausackre gwest; wissns, waon i mi net hellicht schaomen miaßt, i söget Seinrer gneadige Frau olles, wos Sei blos nur mit mier olles tribn hobn, Sei damischer Sausackre Sei! Hobn Sei irnern Frau nie die schön Klader zagt, de Sei gaonz agns für mi hon moche losse, woibei Sianer bold ols a Tirkin, bold ols a Spaningerin, bold ols a Französin, bold ols a Schweizerin und bold ols Gott waß wos ols hob erscheinen miaße, und woß Sei damischer Sausackre Sei nochr ols mit mier tribn hon!? und hobn Sei seanem Gneadigen net gsogt, wia Sei olli Woche bei Sener a gaonze Mengi allerlei Menschergfraß hobn zsaom kemme lossen; dei sich nocher hobn als allerlei Gfraß aonziache miaße, und nocher vur Seiner wia epr vur an türkische Pascha allerlei Corawecke und Schponbonade moche, doß Sei af dei Art nocher reacht wuhllüsti hobn wern kinnen, Sei damischer Sausackre Sei! Geltens, dos hobn Sei Seaner gnä. Frau gwiß net gsogt? Na woartes mar no a bißli, i wer Seiner gnä. Frau schun no mehr soge! denn hiatzt kriag i erst a reachte Gift af Sei, wal i waß, doß Sei damischer Sausackre Sei so an ehrsams guats Wieberl ghobt hobn!“

[RB 1.79.21] Vierzehn Jahre diente ich um die himmlische Rahel, und siehe, Du gabst mir die welthäßliche Lea; ich nahm sie, und murrte nicht; und noch einmal vierzehn Jahre mußte ich dienen, und Verfolgung leiden, um die himmlische Rahel; da gabst Du sie mir dann wohl, aber sie mußte unfruchtbar sein, so daß ich einen andern Schooß in ihren Schooß legen mußte, um meinem Samen Leben zu geben! O Herr! siehe, das war hart von Dir vorgesehen!

[RB 1.79.22] Nehme aber nun endlich einmal zurück Deine Härte! nehme der Lea die Fruchtbarkeit, und gebe sie der himmlischen Rahel im Vollmaße, auf daß die Erde einmal ledig werde vom argen Gezüchte der Schlange; und ihren Boden allein betreten möchten die Kinder der himmlischen Rahel! O lasse, einmal Josef und Benjamin zu wirklichen Kindern aus dem Schooße der himmlischen Rahel werden und mache versiegen die Quelle der Lea!“

[RB 1.80.10] In Deinem Zorne, Herr, gabst Du Deinem Volke einen König, als es Sünden auf Sünden häufte, und zu allen Sünden hinzu auch noch einen König verlangte; und siehe, dieser Dein Zorn währet nun fort, und will kein Ende nehmen; denn alle Völker haben nun fort und fort Könige, und sogar nach heidnischer Art Kaiser, die den Völkern stets als Vorbild des höchsten Stolzes und unersättlichen Hochmuthes dienen! (1. Sam. 8, – Hosea, 13,9-11.)

[RB 1.80.17] Aber alles dessen ungeachtet steht zwischen König und Volk noch immer unser alleiniger Jehova-Zebaoth, Der noch alles auf eine uns ganz unbekannte Weise in die beste Ordnung bringen kann. Daher ist hier an uns auch bloß nur, daß wir uns entäußern, das große Werk aber ist des Herrn allein. So, so, meine Liebe, verhält es sich mit dieser Sache!“

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