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[RB 1.81.3] Ist es nicht also, o Herr! daß nun die Völker, die sich lange von dieser vorgeblichen Himmelstochter am Narrenseil haben ganz geduldig herumzerren lassen, sich endlich einmal erkühnt haben, dieser vorgeblichen Tochter des allerhöchsten Himmels die glänzende Larve herabzureißen? und staunen nun ganz erbost, anstatt der Himmelstochter ganz was anderes zu erblicken?! und nun bietet sie etwa nicht alles Mögliche auf, die starken Risse ihrer alten Larve auszuflicken, und so viel als möglich unkenntlich zu machen? – Herr, es geschehe Dein Wille! aber dennoch möchte ich Dich fragen, ob Du dieser elenden Kreatur etwa nicht lange genug durch die Finger gesehen hast? und ob es nun nicht endlich wohl einmal an der Zeit wäre, sie gänzlich aus dem Buche der Lebendigen zu streichen, und ihren Namen in das Buch der Todten zu übertragen!? – – -

[RB 1.81.32] Aber dem ungeachtet werden wir denn doch nun auch noch diese Neuangekommenen fragen, was da nun ihre Meinung ist? Und wir werden darauf einen rechten Beschluß fassen;

[RB 1.82.2] aber ich setze in diese meine allfällige Bitte, oder vielmehr in diesen meinen Wunsch auch kein bestimmtes und festes Verlangen, indem ich doch füglich annehmen muß, daß vor Dir o Herr meine Bitten und Wünsche sicher im gleichen Maße unreif sein werden, als wie ich selbst als Bittsteller und Wünscher noch sicher vor Dir o Herr sehr unreif bin? Aber das denke ich mir im Herzen: Ein schlechter Lump ist, der mehr thun will als er kann, aber auch zum Hinauswerfen Derjenige, der sein Pfund vergräbt! Wer aber das, was er mit seines Herzens besten Sinnen als gut und daher wünschenswerth findet, auch allen seinen Brüdern wünschet und womöglich seine guten Wünsche an seinen Nebenmenschen und Brüdern auch möglich zu bewerkstelligen sucht, so halte ich solch einen Wunsch, und solch ein Handeln zur Realisirung des guten Wunsches für gut, recht und gerecht, indem der gute Wunsch wie nach ihm die Handlung unmöglich von wo anders herrühren können, als wie von der ganz eigentlichen und wahrsten Nächstenliebe, welche Du o Herr Selbst den Menschen zu einem ersten Gesetze gegeben hast.

[RB 1.82.5] Es giebt wohl auch eine große Menge starrer Menschen, die sich von gewissen Prinzipien, die sie allein als Recht erkennen, so sehr verhärten ließen, daß sie eher die ganze Welt könnten zu Grunde gehen sehen, als nur ein Jota von ihren starren Prinzipien fallen zu lassen, bei ihnen gilt es, wie einst die alten Römer sagten: Pereat mundus, fiat jus!! Aber Du, o Herr, hast ja noch eine Menge Feuers, das da mit großer Leichtigkeit die starrsten Felsen wie Wachs schmelzen macht! ein Fünklein von solch einem Feuer in die Herzen der Starren gesenkt, wird sie bald sanfter und nachgiebiger machen!

[RB 1.84.5] Ich aber sage: „Höre du, Meine liebste Helena, du meinst freilich, daß Ich dich nun nicht erwischen könnte; aber Ich habe dich eigentlich schon erwischt, und du kannst Mir nun nicht mehr auskommen, und wirst am Ende sogar nach Paulus' ausdrücklichem Gebote reden müssen; und nach Meinem Gebote, das noch übers Paulinische geht, aber schon ganz unausweichlich! Siehe, in einem Briefe an die Römer, und zwar im 16. Kapitel empfahl der Paulus die Phöbe, die der Gemeinde zu Kenchrea in allem Meinem Dienste vorgestanden ist; ebendaselbst empfiehlt er aus gleichen Gründen die Priszilla, grüßet eine gewisse Maria, die ebenfalls viel Arbeit in Meinem Namen hatte, und ebenso die Trifena, die Trifosa, und seine liebe Persida, die viel mit Wort und That in Meinem Namen gearbeitet hatte!

[RB 1.84.18] Daher sei doch einmal auch für die arme Erde so gut, wie für uns dahier; und lasse Deine Bekenner nicht mehr kreuzigen, von denen, die Dich heute d. h. nun wie einst ohne alles Bedenken kreuzigen würden, so Du als ein Mensch zur Erde kämest, und eifern möchtest wider sie, wie einst wider die schnöden Farisäer! Thue Dich einmal auf, o Herr, und bearbeite die Erde, und dünge sie mit Deiner vollen Gnade ernstlich, sonst wird sie ehestens zum fürchterlichsten Gräuel aller Verwüstung werden! Siehe, Herr! Du mein süßester Jesus, Du selbst sagst es, daß ich nun Deine geliebteste Helena bin! So ich aber schon dieses allen Sternen unfaßbaren aller unendlich höchsten Namens von Dir aus als würdig bekannt bin, so thue aber auch als mein alleralleinigster Geliebter meines Herzens mir das zur Liebe!

[RB 1.85.5] Als alles fertig da steht, da haben alle eine rechte Freude daran; aber Einer, so ein Skrupelheld, macht die Bemerkung, und sagt: 'Aber liebe Freunde! das Leben auf der Erde ist denn doch wohl allenthalben nahe gleich; dort in den kultivirten Ländern Europas, wo stolze Könige herrschen, und starke Armeen halten, braucht man eigentlich hauptsächlich die Zunge in den Zaum zu legen, und hat dann weiter keinen Feind mehr zu fürchten; und hat man sich einmal willig in die Gesetze gefunden, und sie zum eigenen Willen gemacht, so kann man allenthalben unter dem Schutze der Machthaber frei herum wandeln! Nur dem der Magen zu groß, und die Zunge etwas zu lang gewachsen ist, und dessen Verstand und Wille sich eigentlich gar kein Gesetz wollen gefallen lassen, der wird dort festgenommen, und eingekastelt, und somit seiner frühern bürgerlichen Freiheit beraubt, weil er ihm nicht die allgemeine verfaßte Ordnung will gefallen lassen; wir aber sind hier aller Machthaber und aller Gesetze ledig, und können Gottlob reden, wie uns die Zunge gewachsen ist, und können nun allen Herren der Erde den nackten Steuß zeigen; aber was nützt uns das alles nun ganz absonderlich? Wir haben nun wohl keine Steuern an Jemanden mehr zu entrichten, aber dafür müssen wir den ganzen Tag hindurch fleißig arbeiten, und die Früchte, die diese Gegend wohl sehr reichlich trägt, fleißig einsammeln, und uns an ihre Natur erst angewöhnen, und wissen bei vielen noch nicht, ob und wie sie uns dienen werden. Also müssen wir uns hier im Lande der vollsten Freiheit am Ende selbst förmlich einkasteln, um vor den möglich vorkommenden Feinden gesichert, zu sein. Ja zur Nachtzeit müssen wir uns ärger verbarrikadieren, als die ärgsten Staatsaufwiegler von Paris! Saget es treuherzig selbst, ob wir nun bei dieser unserer doch sicher absolutesten Freiheit auch nur um ein Haar besser daran sind, als wie der geringste Tagwerker unter der allerabsolutesten Regierung in Europa? Wir sind hier vollkommne Kommunisten; aber die heulenden wilden Bestien draußen scheinen auch von einem höchst kommunistischen Geiste beseelt zu sein! Wir haben kein Staatsgesetz mehr, außer das Gesetz unserer gegenseitigen Freundschaft; aber dafür müssen wir desto unausgesetzter arbeiten, um das Begehren unseres Magens zu befriedigen, und unsere Hände sehen nun schon aus, als wären sie mit einer Eichenrinde überzogen. Wir haben hier auch keine lästigen Beamten zu erhalten; aber dafür brauchen wir selbst desto mehr; also ist hier auch kein Pfaffe, der uns die Hölle heiß machte; aber dafür befinden wir uns hier in einem Zustande, vor dem die Hölle eben nicht gar zu viel vorhaben dürfte! Was wollen wir sonach thun, um unser diesfälliges irdisches Plageleben ein wenig zu würzen, und für die Folge erträglicher zu machen?'

[RB 1.86.15] Wir wollen aber auch der Blinden und Tauben gedenken; aber die Harten werden in das Feuer gehen, das da ist ein Meister und Zerstörer des Karfunkels und des Diamants; denn die durch Wahrheit des Wortes und der freien Lehre nimmer sich wollen erweichen lassen, die solle das mächtige Feuer weich machen! und unter den gewaltigen Schlägen des großen Hammers Meiner Weisheit sollen sie wie ein glühend Erz zu einem nützlichen Geräthe unseres Hauses (himmlische Kirche) umgearbeitet werden; wohl werden sie noch viel Lärmens und Tobens machen, und werden rathen hin und her, und auf und ab, und werden noch manche Pläne entwerfen; aber dieß alles solle ein eitles Bestreben sein, und wird stets den entgegengesetzten Erfolg haben von alledem, was sie so ganz dadurch erstreben möchten; denn Ich allein bin der Herr, und habe die Macht, Kronen und Zepter zu brechen, und die zerbrochenen wieder aufzurichten, so sie sich an Mich wenden; aber wehe ihnen, wenn sie sich nicht an Mich wenden, und nicht bei Mir die wahre Hülfe suchen!

[RB 1.89.10] „Siehe, wo es nun (Sommer 49) auf der Erde römische Katholiken giebt, da giebt es nun auch Aufstand, Verrath, Krieg und Mord; blicke aber in die Türkei, und du wirst sie wohl gerüstet, aber sonst ruhig finden; sehe nach China, nach Japan, alles ist ruhig; beschaue das große England; bis auf sein Irland ist es ruhig; sehe nach Amerika hin; bis auf einige wenige katholische Kreise ist es ruhig; beschaue das Afrika, und du wirst es ruhig finden! beschaue das ganze große Asien, das da mit Menschen überfüllet ist; es ist bis auf einige kleine Distrikte ganz ruhig! Sehe an das große griechische Rußland; es ist auch bis auf einige wenige polnisch-katholische Kreise ruhig; das große Norwegen und Schweden ist ruhig, bis auf einige wenige eingewanderte katholische Schwärmer, die im geheimen machiniren, aber eben nicht viel ausrichten! Sehe nach Australien hin, und nach Neuseeland, und auf des großen Ozeans gesamten Archipel; sieh, überall mit Ausnahme geringer Kreise ist Ruhe! und wo es irgend kleine Unruhen giebt, so rühren sie sicher von den Römischen her! – Nun aber beschaue das aller-erzkatholischeste Spanien; es stehet auf einem Vulkane; unter dem nun scheinbar etwas ruhiger aussehenden Boden ist nichts als Gluth über Gluth, die bald durchbrechen wird; gerade so sieht es auch in Portugal aus! Beschaue das Frankreich, das katholischeste, – brennet es nicht allerorts?! Beschaue das eigentliche katholische Italien von A bis Z, vor Gluth, Flamme, Rauch und Dampf kann man es kaum mehr erschauen; richte deine Blicke ins getreu katholische Oesterreich; sieht es nicht aus als wie eine halbverbrannte, und halb sonst zerrissene Landkarte?! und wie diese gesamte Monarchie aussieht, so sieht auch jedes seiner einzelnen Länder aus – mehr oder weniger! Siehe an das, was in Deutschland mehr katholisch ist, und du wirst allenthalben Gluth über Gluth entdecken. Vor ein paar Jahren wollten sich in der Schweiz die Katholiken ausscheiden, und einen alle andre Sekten tiefst verachtenden Sonderbund kreiren; dadurch beleidigten sie alle anderen Partheien; diese vereinigten sich, und trieben die dummen und finster-hochmüthigen Sonderbündler waidlichst auseinander, und zogen dadurch dem Hierarchen wie allen seinen Helfershelfern die Larve gerade von der Nase weg, das verdroß die Alleinseligmacher dergestalt, daß sie bei sich aller Welt die glühendste Rache schworen! – Aber der hellere Theil der Welt entdeckte nur zu bald die schönen Pläne der Alleinseligmacher und ihrer getreuen Helfer, die sich von den Alleinseligmachern die goldensten Berge versprachen, und erhob sich allerorts, und übt nun noch die Vergeltung in den meisten echtkatholischen Orten und Punkten aus; und so ersiehst du hier auf dem Tische das arge Simbol, eine umgestürzte Tiara, deren Reiche noch innen bluten, und sich bald verbluten werden. Wohl sucht die Hierarchie es zu verhüten, daß ihr äußeres Ansehen nicht möchte befleckt werden von ihren inneren Gräueln; aber es wird ihr alle diese ihre Mühe nun nichts mehr nützen; denn siehe, darum habe Ich ihren inneren Gehalt durch die Umkehrung der Tiara nun aller Welt gezeigt; und sie kann nun thun was sie will, so wird sie ihre Krone nicht mehr aufrecht stellen können und wird sich in sich selbst zerstören und aufzehren; verstehst du nun die Sache schon etwas besser?“ – – –

[RB 1.90.4] Da bemerke ich aber nun auch soeben ein Häuflein Menschen, die nahe ganz zertreten sind, und aus gar vielen Wunden bluten; diese bewegen sich unter großem Beben zum Throne hin, und wollen um Einsichtnahme ihrer Gesuche den König bitten, und um Abhülfe von solchen Bedrückungen; es wird dem Könige gemeldet, und dieser spricht zu seinen Dienern: Bei eurem Leben, daß mir keine solche gemeinste Canallie vor den Thron kommt! Und die Diener sagen zu den Hülfesuchenden: Der König sei nun übel gelaunt, darum da niemand vorgelassen werden kann; so euch aber was fehle, da sollet ihr zu seinen Beamten gehen, und ihnen euer Anliegen kund thun, und diese werden es dann schon wissen, was da zu thun sein wird, und werden darnach ihr Amt handeln!? Da sprechen die Hülfesuchenden: Aber über diese wollen wir ja eben beim König Klage führen! Denn sie sind es ja, die uns gar so schmählich zertreten! Da spricht ein Königsdiener: Sooooo! Ah, ist es um diese Zeit! Ja das ist freilich ganz was anderes. No wir werden das schon machen; geht nun nur ganz ruhig nach Hause, und lasset das Weitere uns über; wie gesagt, wir werden die Sache schon machen! Aber eure Namen und euren Aufenthaltsort müsset ihr mir ganz getreu angeben, sonst wüßten wir ja nicht, wem und wo wir helfen sollen!? – Die Armen geben dem Diener Schriften, und dieser empfängt sie wie mit einem rechten Wohlwollen; als aber die Armen sich nun wieder entfernen in der besten Meinung, daß ihnen geholfen werde, wird sogleich ein Eilbote an die Beamten abgesendet mit der Weisung: Benannte Unterthanen, die noch Kraft genug besäßen, um zum Throne klagen zu gehen, noch mehr zu zertreten, damit sie in der Zukunft vor gerecht großer Schwäche sich nicht so leicht wieder erheben möchten, um irgend was immer für Klagen vor des Königs Thron zu bringen, dem auf der ganzen Welt nichts verhaßter ist, als das gemeine Bestienvolk! Und siehe, es wird daheim nun getreulich befolget, was des Königs erster Diener befahl! Ah, ah, das ist aber doch zu schmählich, zu elend und niederträchtig! Der Diener berichtet nun solches dem Könige; und dieser belobt ihn sehr, und ertheilt ihm einen Orden! -

[RB 1.92.1] Spricht die Helena nach einer kurzen Pause weiter: „Hm, hm, s' ist aber doch sonderbar! diese sonderbaren Wesen mehren sich wie der Sand des Meeres um den Thron, und kaum können des Königs erste Diener sich durch die starken Massen hindurch arbeiten! Ich sehe, daß sie von den Wolfsmenschen zuvor unterwiesen und sogar bestochen werden, um ihnen nur den König gehörig bearbeiten zu helfen! Es wird nun auch sehr finster um den Thron, so daß man nur noch mit Mühe etwas ausnehmen kann! und diese starke Dunkelheit scheint ganz allein von diesen Wolfsmenschen auszugehen; aber ihre Augen leuchten dennoch stark, und wohin sie ihre Blicke wenden, da werden die Gegenstände erleuchtet, in soweit aber nur, als es diese sonderbaren Wesen wahrscheinlich zu ihrer eigenen Instruktion benöthigen!

[RB 1.94.7] Was nützet der Ochse (Volks-Kraft) mit seiner Stärke!? Was des Löwen (Dinastie) gewaltige Tatze!? Wozu dient des Panzerthiers (absoluter tyrannisch-despotischer Fürstendruck) rücksichtslose und unbeugsamste Schwere!? Welche Effekte zum Wohle der Menschheit werden aus der Gewalt der Schlange, (geheime alles umschlingende Inquisitions-Politik)? Was vermag der mächtige freie Aar, (sozialisches Freistaatenthum)! Was die im Hinterhalte lauernde Großrache der krokodilartigen Reaktion!? Am Ende treibt die nothwendig hinzukommende Armuth der Allgemeinheit, das armselige und schwache Ichneimon, dennoch Alles auseinander, und zwar mit vollends leerem Magen; wozu war denn da ein solcher Kampf gut? ist das Ichneimon am Ende gut, so sei es auch im Anfange?! Muß denn die Erde durchs Blut arm werden!?

[RB 1.94.12] Wie aber sind sie besser zu machen? Das ist eine Frage, die nur Du allein, und sonst ewig kein geschaffener Engel effektiv beantworten kann; da könnten wir rathen, bis alle Sonnen möchten ausgebrannt sein, und der Erde und ihren blinden Menschen wäre dabei doch nichts geholfen; so aber Du nach Deiner geheimen endlos mächtigen, gütigsten und liebevollsten Weisheit nur ein Wörtlein sprichst, so wird gesund die ganze Erde, wie einst des römischen Hauptmanns Knecht, für den sein Gebieter bei Dir um die Heilung bat! O Du mein süßester, gütigster, allerliebenswürdigster Herr und Gott Jesus, sei, sei doch so barmherzig, und reinige die arme Erde von allem, was Teufel heißt, und teuflisch ist für ewig! Dein Wille geschehe!“

[RB 1.95.4] Wollte Ich aber solche Menschen erhalten, und sie in ein wirkliches, dir ähnliches freies, freithätiges, und von Meiner Allmacht durchaus unabhängiges wahres Leben versetzen, da müßte Ich Meinen in diesen efemeren Menschen wirkenden Geist durch ein geeignetes Trennungsmittel von Mir ablösen, und ihn dann in diesen Menschen binden, und durch eine äußere, taugliche, materielle Umfassung gefangen nehmen, ihn sogestaltig Mir gegenüber zu einem förmlichen Objekte machen, und solchem Verhaltungsgesetze geben und Gelegenheiten und Anreizungen zukommen lassen, durch die er in die Nothwendigkeit gesetzt würde, entweder aus seiner freien, von Mir gänzlich abgelösten, Erkenntniß-und Willenskraft nach dem gegebenen Gesetze, oder auch wider dasselbe zu handeln. Das Gesetz müßte natürlich zweckmäßig und weise eingerichtet und sanktionirt sein, und zufolge der Sanktion müßte ein solcher Mensch dann, im Falle er das Gesetz nicht beachtete, noch härter und länger gefangen gehalten werden, bis er nothgedrungen das Gesetz thätig annähme, und darnach handelte, wonach es dann erst räthlich wäre, solch einem Menschen die äußern Bande wieder abzunehmen, und ihn gleich dir als ein wohlgebildetes Wesen in die vollste Freiheit übergehen zu lassen, wo er dann aus sich selbst heraus ein vollkommenes, nicht mehr gerichtetes Leben hätte!

[RB 1.95.8] Siehe, es ist daher bald und leicht gesagt: – Herr! thue dieß und jenes! richte die bösen Völker, richte die Könige, und richte den herrschsüchtigen Papst, vertilge Alle, die eines hochmüthigen und herrschgierigen Herzens sind; – thue Wunder, lasse durch eine allgemeine Pest das ganze arge Menschengesindel zu Grunde richten! denn sie sind Alle zusammen böse! – Aber da muß man dann mit größerer Einsicht bedenken, daß Ich rein umsonst gearbeitet haben würde, so Ich wegen der nicht gesetzmäßigen Handlungsweise die auf die Erde gesetzten Menschen sogleich richten und tödten möchte.

[RB 1.97.11] und nun möchtest du mich auch hin an jenen saubern Rathstisch ziehen, an dem so Erhabenes von einer mit einer ätherischen Fosforiszenz übertünchten Lerchenfelder Tudl beschlossen wird, sogar ein Gericht über uns Männer, darum wir auf der Welt oft thierisch dumm genug waren, uns so weit zu vergessen, daß wir uns mit solchen Kloaken-Kreaturen abgeben mochten! – Freund! da kannst du hübsch lange warten! Glaubst du denn, daß ich dir nun wie ein Gimpel gleich auf dein dreckiges Leimspindelchen aufsitzen werde? oh, da hat es Zeit, und seine sehr geweisten Wege! Brüderl, kehre halb rechts nur wieder um, und sage deiner fosforstrahlenden Gesellschaft: Nur die Gimpel fängt man so, – andere Vögel sitzen nicht so leicht auf, besonders – wenn eine Lerchenfelder Glorifiszenz Esel auf den Vögelfang mit Einverständniß ihres Pseudo-Jesus aussendet! Wenn's zurückkommst, so richte ihr von mir einen schönen Grueß aus!“

[RB 1.98.1] Der Pathetikus fängt an, sich sehr hinter den Ohren zu kratzen, macht ein verlegenstes Gesicht ums andere, und spricht dann eben auch mit einer sehr verlegenen Stimme: „Ja – hemm – ja – tausend Teufel auf einmal! – hehhhh – ja ja – das ist eigentlich eine verfluchte Geschichte, das ist eigentlich zum Teufelswerden; – ja ja ja ja! da liegt eben der Hund begraben; Nr. 1, wäre freilich nicht übel; aber Nr. 2! ganz gehorsamschder Diener! Da hast du freilich ganz verdammt verzweifelt und vollkommen recht; und mit der Seligkeit hier? – no, Gott steh' uns bei! da hat es seine ganz verzweifelt geweisten Wege! Hunger, Durst, Aerger von allen Seiten, Schande, vollkommene Aufdeckung aller auf der Welt begangenen Sünden, und das gerade im Angesichte Derer, vor denen man so manche saubere Schwachheiten für ewig verdeckt haben möchte! Und man kommt hier aber schon auch zu dem ominösen Behufs mit allem dem Gesindel zusammen, das einen gerade am meisten genirt! Das ist denn ja doch rein zum Teufelswerden! Ich bin sonst äußerlich doch auf der Welt stets ein geachteter Mann gewesen; denn von meinen geheimen Vergnügungen wußte – außer wenigen sehr vertrauten Personen – keine Seele etwas! Hier müssen aber gerade alle auf einen Haufen zusammen kommen? jene, bei denen ich in der größten Achtung stand, wie z. B. jener Max Olaf, jener Baron, meine Gottselige, u. d. m., und daneben aber auch jene männlichen und besonders weiblichen Individuen, mit denen ich leider so manchen lustigen Spaß hatte; mit diesen letzteren kann man sich denn ehrenhalber doch nicht im Angesichte seiner achtbaren Freunde abgeben! und gerade dieses gemeinste Gesindel wird hier so enorm efront, daß es Unsereines Schwachheiten gerade dort ausposaunet, wo man es wahrlich am allerwenigsten ausposaunet haben wollte! Worauf dann die Gesichter der mich stets in größter Achtung haltenden Freunde stets länger und länger werden, und dann mit ihren ellenlangen – Soooooo! – Soooooo! – sich über Unsereinen zu erstaunen anfangen! o, das ist dann für Unsereinen aber schon ein Vergnügen, das zu missen man recht gerne Berge anrufen möchte, daß sie über Unsereinen herfallen sollen! Es stünde Unsereinem freilich wohl die Thüre offen! aber man kann es denn doch nicht so ganz wagen, da man nicht wissen kann, was alles Unsereinem erst dann Draußen zustoßen könnte?! – ja, ja, das ist eine ganz verdammte Geschichte! -

[RB 1.98.7] Spricht Pathetikus: „No, no, gar so arg wird es ja etwa dennoch nicht sein, vorausgesetzt, daß man auch hier von irgend einer Humanität etwas kennt!? aber so hier dein Gott Jesus, Seine Apostel, und du samt ihnen noch unerbittlicher als die heidnischen Minos, Aeakus und Radamantus sein solltet, da freilich wäre es hier mit allem Spaße im Ernste vollends zu Ende, und man müßte sich dann am Ende dennoch allem dem fügen, was ihr wolltet!? – Eine freilich ganz verzweifelte Geschichte das! Aber, was kann ein Einzelner gegen eine allgemeine zusammengreifende Macht!? – Also, meinst du denn wohl im Ernste, daß ich hin zu Ihm, d. h. zu deinem sein sollenden Gott Jesus gehen solle?“ -

[RB 1.101.7] Die gewisse Mariandl schlägt 7 Kreuze über ihre Stirne, Mund und Brust, und spricht dann im noch Wienerschen Dialekte zu dem oben bekannten Franz, dessen Augen auch größer und größer werden: „No, host iena ghört! o der höllischi Sausackre der! waon i hiazt af die Erd zruck denke thua, und mi so erinnern thua, daß de höllische Sausackre mei Liebhobr woar, und wos er mit mi alles tribe had, do möcht i aber schun vor Zorn grod aus der Haut faahrn! Na, hod aber so was a Mohl a menschlichi Seel gsehn und ghört! I bin a a große Sündrin, und waß es a recht guad, daß ich nix als d' Höll verdient han; aber i mieg hiazt grod zerfließa vor Lieb zum Herrn Herrgott Jesus, weil Er holt goar so entsetzlich guad is; und i war auf d'r Welt a nit gar a so große Sündrin wurn, waon i nuar a Bißel a beßri Erziehung ghobt hiet! Aber der höllische Sausackre hod die besti Erziehung ghobt, und immer d' heilge Schrift g'lesen, und aondri geistliche Bücher a no dazua, so daß seini Freund gemant hon, er mießt von Mund auf schnurgrod ins Himmelreich auffohrn! Aber hiatzt zagt sich, was für ein höllischer Sausacker von an Schriftglehrte er woar! fur der Welt hod er wuhl für an ehrlichen Mensche gelte wuhln, aber unser liebesti Herrgott woar ihma a Pomadi, und drum hod er furn Leite a so thaon, als waon er schun 's gaonzi Himmelreich mit a große Löfl gfreße hiate, ober Samsti, waon er sani lustge Zeit hod ghobt, do hod er's Himmelreich schön saubr an guadn Monn sein loße, und waon ma Jehna draon erinnert hod, so woar er glei Fuchsteufels toll, und sagte: Sei still, dumme Gans! was versteast du von dem Reich Gottes!? Sechs Tag ghöre Gott, und einer der Natur! Do hobmer hiazt seine wohre Natur! O du höllischer Sausackre du! Na woart, na woart! In der Höll' werdes di schon sage, was du werth bist! Na, mit unsern liebasten Herrgott so z'reden!? dos hod die Welt no nit gseahn!“

[RB 1.101.8] Spricht der Franz: „Jo wuhl, jo wuhl, i moan, dös brächt der allerirgest Teifl net zwege! No, waon dös Luadr nöt in die Höll kummt, so wird noch der irgeste Teifl selig! Du waßt, i bin sist a guater Kerl, und winsch kan Hund wos Schleachts; aber dös Vieh kunt i in dr Höll siede und brode seahn, und mi kummet ka Erbarmnus über'n ahn! No, ober i moan, den wird unser liabe Herrgott schun sogn, wie viel hiatzt für iehma gschlohn hod!?“

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