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[SA 17.8] Dieser Fisch ist demnach der größte und zugleich auch allerbeachtungswertheste dieses ganzen Planeten; ihm zur Seite stehet aber noch eine zahllose Gattung von Fischen und Amphibien aller erdenklichen Art, welche sich wohl unterscheiden in der Größe, Form und Tauglichkeit; so sind neben diesem Riesenfische noch bei hundert Gattungen, welche sich alle mit eurem Wallfische, was die Größe betrifft, gar wohl messen könnten; sie aber alle speziell aufzuführen und sie näher zu beschreiben, wäre für den Zweck, warum ich euch diesen Planeten enthüllte, für’s Erste viel zu weitläufig, und für’s Zweite eben darum auch gar nicht dienlich; wann ihr aber selbst geweckteren Geistes werdet, dann wird es euch ohnedieß ein Leichtes sein, euch selbst in’s kleinste Detail nicht nur in diesem, sondern auch in anderen Planeten umzusehen.

[SA 18.4] Nebst diesem leuchtenden Inseckte giebt es auch eine Menge, die ebenfalls in den verschiedensten Farben zur Nachtzeit leuchten; aber ihr Licht ist nicht so stark, und die Thierchen sind bei weitem kleiner, so werden sie von den Saturnusbewohnern auch gar wenig beachtet, und darum auch um so weniger, da es mehrere große Vögelgattungen giebt, deren Gefieder bei der Nacht ein sehr helles Licht von sich wirft, besonders, wenn sie fliegen.

[SA 18.6] und wie viele schon auf der Erde auf ihren Flügeln die schönsten Farben und Zeichnungen tragen, also ist es in diesem Planeten noch um so mehr der Fall. Ein Schmetterling, unter dem Namen Com alldort bekannt, ist der größte und prachtvollste aller Schmetterlinge dieses Weltkörpers; wenn er seine Flügel ausgespannt hat, so dürfte er auf der Erde so ziemlich ein Vierteljoch Grundes bedecken. Sein Leib ist nicht selten bei 20 Klafter lang, und hat nahe eine Klafter im Durchmesser; seine Füße sind stärker als auf der Erde die eines Elephanten, und hat ein jeder Fuß sechs Glieder, und ist also eingerichtet, daß er im Falle der Noth bedeutend gerade verlängert, und also auch verkürzet werden kann. Seine Fühlhörner sehen gerade so aus, als ständen an seinem Kopfe zwei hohe Pappelbäume; nur sind die Zweige links und rechts linealförmig regelmäßig eingetheilt; ungefähr also, wie die Nadeln an einem Tannenzweige. Sein Saugrüssel ist länger und stärker, denn der eines Elephanten auf der Erde, und also sieht dieser Schmetterling seinem Körper nach einem äußerst robusten Thiere ähnlich, was er aber dessenungeachtet nicht im Geringsten ist; aus welchem Grunde dieses Thier auch außerordentlich menschenscheu ist, und es gehört sehr viel dazu, um irgendwo einen zu fangen. Diese Schwierigkeit wird durch seinen schnellen Flug noch um’s Bedeutende vermehrt;

[SA 18.9] Seine Augen sind zwar beim Leben des Thieres das Allerwunderbarste. - Diese möchtet ihr eben vor lauter Spiegelglanze so wenig anzuschauen im Stande sein, als nahe die Sonne bei ihrem Aufgange oder Untergange. Wenn aber das Thier getödtet ist, so vergeht diese Augenpracht; daher werden dessen Augen auch nicht eben in großem Werthe gehalten, dessen ungeachtet aber sorgfältig ausgelöset, und von ihrer Feuchtigkeit entleeret, bei welcher Gelegenheit durch die geschickte Manipulation dann die Weiber eine Art Hausbeutel oder Taschen machen, welche wegen ihrer ziemlichen Durchsichtigkeit und ihrer Dauerhaftigkeit bei den eleganten Weibern dieses Planeten ungefähr die Stelle der sogenannten Ridicüles eurer Weiber vertreten. Weggeworfen wird von diesem Thiere nichts, als allein der nackte innere Leib; alles andere wird zum Schmucke der außerordentlichsten Art verwendet.

[SA 19.8] Was ist demnach aber das eigentlich Auszeichnende dieses Thieres? Solches ist sein Schweif, welchen dieses Thier nur dann aufrollet oder vielmehr ausbreitet, wenn es fliegt; wann es aber auf der Erde herumgeht, dann rollt es den Schweif also geschickt zusammen, daß derselbe ihm dann über den Steiß also zu liegen kommt, als hätte ihm Jemand eine runde Rolle irgend eines Ueberzeuges angebunden. Dieser Schweif hat bei einem ausgewachsenen Thiere, das wir so eben betrachteten, nicht selten eine Länge von 90 bis 100 Klaftern eures Erdmaßes, und ungefähr eine Breite von einer Elle, und ist bei alldem so fein, daß er im zusammengerollten Zustande kaum eine Rolle von zwei Spannen Durchmesser bildet. - Das Aufrollen geschieht durch innere durch den ganzen Schweif gezogene Gefühlsfäden; denn der Schweif hat keine Glieder, sondern ist pur eine Hautverlängerung des Rückens. Seine Farbe ist die eines allerhellsten Regenbogens, und ist von unten also mit kleiner und äußerst kurzer Wolle versehen, wie ein aufgeschnittener Seidensammet, so, daß diese Wolle lauter kleine sehr hellscheinende Wollenwärzchen bildet. Nun könnt ihr euch schon von selbst die Frage beantworten, warum dieses Thier das fliegende Band genannt wird.

[SA 20.3] Nachdem wir unsere fliegenden Thiere in unserem Saturnus beobachtet haben, und zwar diejenige Klasse derselben, welche sich ohne das Gefieder in die Luft erheben, und in derselben herumfliegen können, und haben dabei gesehen, wie groß ihre Zahl und Mannigfaltigkeit ist, so dürfte euch wohl sicher der Gedanke sich in einer bescheidenen Frage aufwerfen: Wenn es so viel solcher fliegenden Gäste in diesem Planeten giebt, wer mag da noch bestehen? Da muß ja die Luft ganz undurchsichtig sein, wenn alle diese Thiere auffliegen; und wenn sie auf den Saturnuserdboden dann wieder aufsitzen, da wird ja kaum so viel Platz mehr übrig bleiben, daß irgend Jemand nur nöthigen Falls seinen Fuß dahinsetzen könnte. Allein diese Besorgniß ist von eurer Seite für diesen großen Planeten so gut wie ganz vollkommen eitel; denn bedenket nur, daß dieser Planet über tausendmal so groß ist als die Erde, und daß er, wie ihr schon wißt, über siebenzig große Kontinente besitzt, von denen einige so viel Flächenraum haben, als die ganze Erdoberfläche, so das Meer und alle anderen Gewässer festes Land wären. Wie aber Jedermann auf der Erde mit den Thieren nicht zu sehr überlästigt wird, eben so gut auch werden die Bewohner des Saturnus von den dortigen Thieren nicht überlästiget; sondern es besteht da eine überaus gute Ordnung, und ungeachtet dessen, daß es so viele und seltsame Thiergattungen auf diesem Planeten giebt, werden aber diese im freien Zustande doch viel weniger gesehen, als so manche Thiere bei euch auf eurem Planeten, auf welchem überhaupt sich Alles in engeren Kreisen beweget, als auf dem Saturnus.

[SA 20.15] Obschon aber dieser Vogel besonders in den dem Meere näher gelegenen Ländertheilen sehr häufig gesehen und gehört wird, so bleibt aber dessenungeachtet dennoch ein jeder Saturnusbewohner stehen, und sieht diesem Vogel so lange nach, bis er ihn der Ferne halber verloren hat; denn die Saturnusbewohner sind manchmal so erbaut beim Anblick dieses Vogels, daß sie sehr geneigt wären, ihm eine göttliche Verehrung zu erweisen, wenn solches zugelassen würde von den Geisterengeln dieses Planeten;

[SA 20.17] Das Beachtenswertheste dieses Vogels ist sein zuweilen außerordentlich schneller Flug, von dem ihr euch nicht leichtlich einen Begriff machen könnet; denn wenn er also recht im Zuge ist, da ist es ihm nur ein Leichtes, in einer Stunde tausend von euren Erdmeilen zurückzulegen. Wenn dieser Vogel bei der Nacht fliegt, so ist er durchaus weißglänzend zu sehen, so zwar, daß er in seinem Schnellfluge fast dieselbe Erscheinung darbietet, wie bei euch auf der Erde ein sogenannter fliegender Drache. Ueber das Land fliegt er besonders gerne nur bei Nachtzeit, wo er dann für die Bewohner des Saturnus ein Hauptspektackel giebt; ja manche sind so eingenommen für diese Lichterscheinungen, daß sie sich an jenen Orten, wo dieser Vogel häufig zu Hause, auf irgend einem baumfreien Hügel mit dem Rücken niederlegen, um nur desto ungehinderter den Flug solcher Vögel so recht satt angaffen zu können.

[SA 20.19] Sehet, also hat dieser Vogel besonders für den Saturnusbewohner außerordentlich viel Anziehendes, da die Saturnusbewohner große Freunde des Gesanges und ganz besonders von harmonischen Tönen, aber dessen ungeachtet selbst nicht eben zu sehr musikalisch sind; und haben sie auch nur höchst elende und dürftige musikalische Instrumente, aber desto reinere Kehlen zum Gesange, wo dann die Weiber gewöhnlich die Melodien, die Männer aber gerne Accorde zusammen singen, und können sich oft mit einem glücklich erfundenen Accorde Tage lang unterhalten, denn wenn sie da ihre Töne bald auslassen, so brauchts dann manchmal sehr viel Mühe, bis sie, wie ihr zu sagen pflegt, zufälliger Weise wieder auf einen guten Accord gelangen. Doch was dergleichen fernere saturnusmenschliche Verhältnisse betrifft, wird Alles am rechten Orte noch deutlicher dargeboten werden; und da wir somit von unserem Himmelsboten, Sonnenvogel und Morgensänger nichts mehr Erhebliches darthun können, so wollen wir uns dafür wieder zu einem anderen gefiederten Luftbewohner wenden.

[SA 21.1] Sänger über den Flüssen und Seen heißt diese Gattung der Vögel, die wir jetzt näher betrachten wollen. Es ist dieser Vögel schon einmal erwähnt worden, ihres reizenden Gesanges wegen; dessen ungeachtet aber wollen wir ihnen hier noch eine kleine Aufmerksamkeit widmen, und da vorerst sehen, welche Gestalt ihnen eigen. Was ihre Gestalt anbelangt, so hat diese eben nichts besonders Erhebliches, sie sehen so ziemlich euren Schwänen ähnlich; nur sind sie gut um’s 20- bis 30fache größer, denn diese Vögel bei euch auf der Erde, und ist im Verhältnisse ihr Hals nicht so lang, aber dafür viel dicker; und was den Kopf betrifft, so ist dieser ebenfalls im Verhältnisse größer, als bei euern Schwänen.

[SA 21.9] Wie sehen also diese Vögel aus? Hier wird es ein wenig schwer halten, eine haltbare oder vielmehr gelungene Vorstellung zu machen von dem, wie diese Vögel aussehen, da auf der Erde durchaus kein ähnlicher Vogel anzutreffen ist. Dessen ungeachtet aber wollen wir ihn dennoch also darstellen, daß ihr euch zum wenigsten einen kleinen Begriff machen könnet, wie gestaltet dieser Vogel ist. Und so höret denn:

[SA 21.14] Durch diesen zweiten Kopf nimmt dieser Vogel keine Nahrung, und kann auch keine nehmen, da dieser Hals mit keinem Schlunde versehen ist; dessen ungeachtet hat auch dieser Kopf seine zwei Augen, und da er sehr beweglich ist, so kann sich dieser Vogel mit dieses oberen Kopfes Augen überall beschauen, wohin er mit den Augen des unteren Kopfes nicht hingelangen kann; mit den Augen des unteren Kopfes, welche sehr scharf sind, kann er aber wieder in die weitesten Entfernungen Alles sehr genau ausnehmen. Das Gesicht des untern Kopfes ist aber nicht etwa nackt, sondern ist ebenfalls mit sehr kleinen blaßrothen Federchen besetzt; nur die Lippen sind frei, und die Mündungen der etwas plattgedrückten Nase. Alles andere aber ist befiedert. Die Augen des untern Kopfes sind groß und hellblau, und die Stirne geht gegen den oberen Hals in’s blendend weiße über. Der Hals des oberen Kopfes aber ist hell violett, und der Kopf ganz feuerroth; der Schnabel aber ist bläulicht weiß, und sehr fest zum Halten ergriffener Gegenstände.

[SA 21.19] Freilich bleibt es dann nur immer bei einem und demselben Accorde, und steht dann diese Art Musik auch bei weitem nach derjenigen unserer bekannten Hauptsänger; aber dessenungeachtet verfehlt diese einfache Musik dennoch nie ihren Zweck. Es möchten zwei Saturnusbewohner noch so erbittert gegen einander rücken, was in diesem Planeten hier und da nicht selten der Fall ist, so brauchts dann nichts mehr, als eines solchen einfachen Gesanges, und die zwei Feinde werden sich im Augenblicke zu den innigsten Freunden; aus diesem Grunde werden auch diese Vögel sehr häufig Ruhestifter genannt.

[SA 21.20] Aus diesem Grunde auch lassen sie sich zähmen, und vertreten da die Stelle eurer Pfauen, und werden als Zierdevögel angesehen; dessenungeachtet aber giebt es auch eine bedeutende Menge ungezähmter. Die gezähmten haben zwar einen stärkeren Ton in ihrer Kehle, aber dafür gewöhnlich etwas rauher; während die ungezähmten höchst reine Töne von sich hören lassen. Die gezähmten werden manchesmal auch als Seltenheit in die südlichen Gegenden gebracht. Dort verlieren sie aber bald ihre Stimme zufolge anderer Kost, und werden auch traurig und krank, und gehen dann gewöhnlich auch bald zu Grunde; darum die nördlichen Bewohner, welche sehr diesen Vögeln zugethan sind, nicht leichtlich zu bewegen sind, einen oder den andern Vogel hintan zu geben.

[SA 22.1] Wie bei euch auf der Erde, so auch in diesem Planeten spielt die Haushenne die vorzüglichste Rolle der Hausvögel; nur sieht diese Henne im Saturnus beiweitem anders aus, als wie die bei euch auf eurer Erde. Es giebt aber schon auf dieser Erde in den verschiedenen Ländern und Weltgegenden auch ebenso verschiedene Arten und Gattungen dieses Geflügels. Solches ist demnach auch im Saturnus der Fall; dessenungeachtet aber giebt es dort dennoch einen gemeinsamen Vogel, der dort als die fast überall gleichartig vorkommende Henne bekannt ist.

[SA 23.8] Wenn ihr das also ein wenig beachtet, so wird euch die Antwort auf die Frage: ob die Saturnusbewohner einen solchen Kampf wiederholen, von selbst in der allergediegensten Verneinung kund werden. Ja, aus diesem Grunde sind von den Saturnusbewohnern, seit allen Zeiten der Zeiten nur drei solche allzeit verunglückte Versuche gemacht worden; für jetzt aber ist ihnen alle Unternehmungslust vergangen, und ihre Weisen sagen auch:

[SA 23.11] Wenn ihr diesen Weisheitsspruch ein wenig beachtet, so wird es euch sicher noch einleuchtender werden, welch ein Bewandtniß es da mit der riesigen Größe und der großen Kraft dieses Thieres hat. Es wäre unnöthig, euch weiter die Gestalt dieses Thieres zu beschreiben, sondern eines Jedweden eigener Phantasie und Einbildung sei es überlassen, sich dieses besagte Thier, so gut es nur immer geht, vorzustellen.

[SA 25.1] Nachdem wir sonach diese zwei Riesenthiere dieses großen Planeten haben kennen gelernt, so wollen wir zu noch einigen anderen Thieren uns wenden, welche, wenn auch nicht mehr so großartig, dessenungeachtet aber dennoch von bedeutender Denkwürdigkeit sind.

[SA 25.4] Wie sieht er demnach denn beim Kopfe aus? - Das wird wieder ein wenig schwer halten, euch davon eine rechte bildliche Vorstellung zu geben, weil ihr diejenigen Thiere der Erde nicht kennt, die einen ähnlichen Kopf haben, wie nehmlich unser Saturnusbär. Dessenungeachtet aber wollen wir dennoch eine Form entwerfen, in welcher ihr den Kopf dieses Thieres beschauen sollet.

[SA 25.18] Das ist Alles, was bei diesem Thiere als denkwürdig zu beachten ist; und so wollen wir wieder auf ein anderes übergehen.

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