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Kapitel 3 Die Heilkraft des Sonnenlichtes

1. So die erste euch bekanntgegebene Art irgend Schwierigkeiten hätte — was sehr leicht sein kann —, durch die ihr nicht imstande wäret, euch all das dazu Erforderliche herbeischaffen zu können, so möget ihr auch noch auf eine andere, aber dennoch der ersten ähnliche Art und Weise die Sonnenstrahlen durch ein taugliches Mittel auffangen und in vorkommenden Krankheitsfällen einem Leidenden damit zu Hilfe kommen. Diese Art besteht darin:

2. An Stelle der violetten Glastasse könnet ihr auch eine aus gutem Ton gebrannte, entweder ganz schwarz oder aber besser dunkelblau glasierte Tasse oder Schale nehmen, und in diese Tasse — an Stelle der Milchzuckerkügelchen — einen anderen reinen, erbsengroß zerbröckelten Zucker also tun, daß nicht ein Bröckchen das andere bedecke. Stellet dann solchen Zucker eine gleiche Tageszeit, wie bei der früheren Art, auf wenigstens zwei Monate lang — wie oben — der Sonne aus und verwahret ihn die Nacht hindurch wie auch nachher, ebenso sorgfältig wie bei der früheren Art, in einem dunklen, vor der Einwirkung der Luft wohlverwahrten Gefäße.

3. Der Gebrauch ist derselbe wie bei der ersten Art, nur mit dem Unterschiede, daß hier die Dosis etwas stärker sein muß als bei der ersten Art, weil sich in diesen Zuckerbröckchen in dem tönernen Gefäße die Sonnenstrahlen nicht so sehr konzentrieren wie bei der früheren Art.

4. Bei Krankheiten, die schnelle Hilfe und Linderung brauchen, kann nach dieser zweiten, wie auch nach der ersten Art das Heilmittel sogleich dem Kranken eingegeben werden. Wo es aber möglich ist, daß die vorhin angezeigte Vordiät mit dem Genusse des bekanntgegebenen Sonnenwassers zum voraus beachtet werden kann, so ist die darauf folgende Heilung desto sicherer und schneller, weil dadurch der Seele eine bedeutende Arbeit erspart wird.

5. Diesen von den Sonnenstrahlen geschwängerten Bröckelzucker könnt ihr sehr wirksam auch also anwenden:

6. Wenn der Kranke den Tag hindurch zuvor einige Trinkgläser voll gesonnten Wassers getrunken hat, so soll er sich darauf in ein gutes Bett legen, in welchem er nach ein paar Stunden sicher in einen Schweiß kommen wird.

7. Wenn der Kranke so in einem Schweiße ist, so nehmet 1—3 Bröckchen des gesonnten Zuckers, tauchet selbe ein wenig in einen der Schweißtropfen [* Das ist doch wohl reine Homöopathie (similia similibus!), nur ohne Potenzierung! D. Hsg. *] und gebet es so dem Leidenden ein. Darauf wird er sich etwas eingenommen fühlen, im Kopfe und im Magen einen leichten Druck verspüren; auch wird es ihn am ganzen Leibe krankhaft frösteln. Auf dieses Frösteln wird sich dann eine leichte Diarrhöe einstellen, mit welcher der Patient auch völlig geheilt ist.

8. Diese nun beschriebene Wirkungsäußerung kann bei manchem 3, bei manchem sogar bis 7 Tage andauern, je nachdem der Kranke eine leichtere oder schwerere Natur besitzt.

9. Nach der Herstellung aber soll der Geheilte dennoch die Diät ein paar Wochen hindurch fortdauernd beachten und zuweilen ein Glasvoll Sonnenwasser trinken, und er wird von was immer für einem Uebel aus der Wurzel geheilt und hergestellt sein.

10. Hierzu ist aber noch zu bemerken, daß bei jenen Krankheiten, die gewöhnlich von Anschoppungen (Blutüberfüllungen) herrühren, eine vorangehende Diät unbedingt notwendig ist, und zwar streng also, wie sie in der besten Homöopathie vorgeschrieben ist. [* Daß natürlich die vegetarisch Lebenden, wenn sie Kartoffel usw. weglassen, wohl die beste Diät haben, braucht keiner weiteren Bestätigung. D. Hsg. *]

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