First edition German English Afrikaans Serbian Slovak Czech Spanish Help

jakob-lorber.cc

1 2 3 4 5 6 7 8 9 Treffer 0 - 20 von 165

[DZS 1.1] In der sogenannten bessern und gebildeten Welt, wo besonders die christliche Religion unter verschiedenen Sectenformen gäng und gebe ist, wird die Moral meist nur also geprediget, wie sie in politischer Hinsicht den Machthabern entweder in weltlichen oder in geistlichen Dingen gerade am zweckdienlichsten ist.

[DZS 1.3] Statt daß die Gottheit dem Volke zum allerhöchsten Troste bekannt gegeben werden chte, wird sie demselben nur gegeben als ein Etwas, das nichts zu thun hat, als in jeder Minute Milliarden von solchen moralisch verdorbenen und ungehorsamen Kindern in's ewige Feuermeer unwiderruflich zu verdammen;

[DZS 1.4] und so sehet euch ein wenig um, — erblicket die zahllosen Kerker, die alle voll angefüllt sind mit allerlei moralischen Verbrechern, und wie von Minute zu Minute diese Kerker immerwährend einen großzähligen Zuwachs bekommen, daß, wenn diese Kerker auf einem Punkte vereiniget wären, ihr glauben müßtet, die ganze Generation der Erde wird sich in wenigen Jahren bequemen müssen, allda hinein zu marschiren.

[DZS 1.5] Und fraget, was geschieht denn nun diesen Menschen, die da hinein kommen? Da sehet nur ein wenig her gegen Morgen; seht, da stehen schon eine Anzahl todtenbleicher Schaaren, umgeben von allerlei bewaffneten Menschen und giftigen Richtern, und sehet weiter da eine Anzahl Mordinstrumente, mit denen diese Unglücklichen hingerichtet werden. Allda sehet ihr brennende Scheiterhaufen, da Galgen, Schaffote und vielerlei andere Mordinstrumente. Sehet, das ist die letzte Besserungsanstalt für solche moralische Verbrecher!

[DZS 1.6] Nun werdet ihr fragen, was haben denn alle Diese angestellt? Ja, sage Ich, es giebt darunter rder, Räuber, Diebe, Ueberläufer und Aufwiegler des Staates. Es giebt ferner noch eine Menge Menschen, die durch allerlei Betrügereien dem Staate großen Schaden gebracht haben; darunter, die sich gegen eine oder die andere politische oder auch moralische Anordnung schwer verstoßen haben. Sehet, da sind sonach die Verbrechen dieser Unglücklichen aufgedeckt, insoweit dieselben als wenigstens ein scheinbarer Grund dienen können.

[DZS 1.7] Nun aber wollen wir eine weitere Frage thun, und fragen: Worin liegt denn der Grund, daß diese Menschen zu solchen Verbrechern geworden sind? Und so ihr auch Jemand Andern fragen chtet um diesen Grund, so werdet ihr sicher keine andere Antwort bekommen, als: Der Grund liegt entweder in der vernachlässigten Erziehung, oder, was ohnedieß Eines und Dasselbe ist, es waren schon ihre Eltern, Vor- und Ureltern also gestaltet.

[DZS 1.8] Ich frage aber wieder, woran lag es denn, daß diese Menschen eine so schlechte Erziehung erhielten, ja daß man in der Erziehung eine ganze Generation vernachlässiget hat? Ihr dürft gar nicht weit greifen, und die Antwort wird sich euch von selbst aufdringen: Der Hauptgrund ist kein anderer, als die Politik, verge welcher die machthabende Menschenklasse sich um nichts so sehr kümmert, als daß die Untergeordneten ja so viel als glich in aller Dunkelheit gehalten werden chten, in der Furcht, wenn das Volk nähere Aufschlüsse über Mich und dadurch auch über seine eigene Bestimmung erhalten chte, es da mit ihrer Macht und ihren zeitlichen Einkünften bald ein Ende haben dürfte;

[DZS 1.11] Sehet, ist es da nicht leicht zu begreifen, daß Menschen sich von einem solchen bösartigen Gotte so viel als glich loszumachen suchen? Und wenn sie auch noch irgend Religion besitzen, so besteht diese in einer puren Ceremonie, und diese nur aus rein göttlichen Rücksichten.

[DZS 1.15] Der Grund von allem Dem war und ist kein anderer, als, wie schon oben bemerkt wurde, theils die moralische Politik, hauptsächlich aber die Trägheit und auch Furcht bei den Menschen, die vorgezeichneten Wege zum ewigen Leben im Ernste zu ergreifen; denn wahrlich sage Ich, wer Mein Reich nicht nimmt, wie Ich es verkündiget habe, der wird es nicht erhalten, und sollte er auch alle Secten in sich vereinigen, oder unter allen Secten stehen; denn Ich allein bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. —

[DZS 3.1] Nun da sehet her, das Land, das sich euren Blicken auf der weißen Tafel darstellt, ihr gt es wohl erkennen, es ist Afrika. Sehet es nur recht wohl an, es ist keine Landkarte, sage Ich euch, sondern das wirkliche Land im treuen Bilde.

[DZS 3.3] Sehet, überall herrschet der Abgott Mohamed; überall Raub, Mord, Sclaverei, und andererseits Despotismus und Tyrannismus im höchsten Grade!

[DZS 3.23] Aber sehet da eben von diesem Lande aus gegen Osten und gegen Westen, wie zwei Hauptnationen voll Habsucht und Gier schon alle glichen Leitern an die Gebirge anlegen, um in diesem Lande ihren unersättlichen Durst nach dem vermeintlichen Golde zu stillen.

[DZS 4.8] Obschon diese Scene zu den äußerst seltenen gehört, und nur in der äußersten Wassernoth dazu geschritten wird, so ist sie deswegen nichts desto weniger als zu entschuldigen; ja es wäre ein Anderes, wenn in einer solchen Noth sich Einer oder der Andere aus übergroßer Nächstenliebe entschließen chte, seine Brüder zu ihrer Rettung vom Tode mit seinem Blute zu tränken, welche That dann wirklich für Den, der Solches thäte, ein großes Zeugniß seiner Nächstenliebe wäre; aber auf diese Art ist es ein Gräuel, und es wäre besser, Tausende opferten sich freiwillig für Einen, als daß Einem eine solche grausame That angethan wird. —

[DZS 4.12] Es wird gelandet und an's Land gestiegen; die Bewohner, von dem Kanonendonner aufgeschreckt, ergreifen die Flucht; aber alsobald werden ihre Hütten klein durchsucht, und was da gefunden wird, wird in Empfang genommen, was es nur immer sei, und welchen Namen es auch haben ge. Sehet, da wurde schon ein armes Völklein seiner ganzen Habe beraubt; allein das ist noch nicht Alles von dieser Scene.

[DZS 4.28] Da sage Ich euch: es ist zwar ein jedes Schiff mit einem, oft auch mit mehreren Priestern versehen, welche der Ceremonie wegen, so wie eine Musikbande der Matrosen wegen, einem solchen Schiffe als Ballast beigegeben werden, und die letztere Benennung hat auch das meiste Gewicht; denn alles Andere ist nichts, als leere Form, und die Staatsfahne des Schiffes ist auf diesem Schiffe ein bei weitem größeres Heiligthum, als die gesammte Priesterschaft und ihr schwankender Gottesdienst. Bei einigen Besseren werde Ich nur dann angerufen, wenn donnernde Wasserwogen sie auf eine kurze Zeit von ihrem Gewinnsttaumel erwecken.

[DZS 4.29] Uebrigens ist auf einem jeden Schiffe die Tyrannei so gäng und gebe, daß sie einem Herrscher Egyptens an die Seite gestellt, Selbem keine Schande machen würde; und diese kalte und trockene Gefühllosigkeit der oberen Seeleute wird dann in der moralischen Welt die Schiffszucht genannt. —

[DZS 5.7] Nun seht, auf diese Weise bekommt solche grausliche Mäklerei freilich eine äußere Humanität und Schein von Menschen- und Nächstenliebe; aber im Innern ist sie nichts Anderes, als derselbe Sclavenhandel, nur unter einer moralischen Politik.

[DZS 5.24] Alsobald begab sich der beeinträchtigte Teufel zur Behörde, und reclamirte seine Flüchtlinge; das nachbarliche Haus, der Gesetze wohl bewußt, meldete sich alsobald bei der Behörde, und führte verge der vernommenen bitteren Klagen von Seite der Sclaven ein Wort zu ihren Gunsten.

[DZS 5.25] Sofort entstand ein Prozeß zwischen diesen beiden Nachbarn; und wie meint ihr, wie die weisen Richter diese Sache entschieden haben? Ich will euch das blanke Urtheil hier kund geben, und so get ihr es am füglichsten erschauen, wie es in dem gebildet verschrieenen Nordamerika steht.

[DZS 5.26] Da habt ihr das Urtheil, welches also lautete: „Der Nachbar hat bei Vermeidung einer Strafe von 1000 Pfund die beiden Flüchtlinge dem Eigenthümer entweder todt oder lebendig zu übermachen; wenn sie gehen, gen sie lebendig dahin gebracht werden, im Weigerungsfalle aber hat sie besagter Nachbar alsogleich niederzuschießen, und entweder ihre Köpfe oder ihre ganzen Leiber dem Eigenthümer zu überbringen, woselbst dann dieser nach seinem Gutdünken zu verfahren hat.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 Mobile Ansicht Impressum