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[DZS 1.2] Es wird dem Volke eine graue Kenntniß Gottes beigebracht, nicht darum, daß sie Selben erkennen und lieben, sondern nur als den unerbittlichsten Tyrann aller Tyrannen unermeßlich fürchten sollen; und so wird die Gottheit nur als eine Geisel geprediget, die noch fruchten solle, wenn alle andern Geiseln schon fruchtlos geworden sind.

[DZS 1.3] Statt daß die Gottheit dem Volke zum allerhöchsten Troste bekannt gegeben werden möchte, wird sie demselben nur gegeben als ein Etwas, das nichts zu thun hat, als in jeder Minute Milliarden von solchen moralisch verdorbenen und ungehorsamen Kindern in's ewige Feuermeer unwiderruflich zu verdammen;

[DZS 1.4] und so sehet euch ein wenig um, — erblicket die zahllosen Kerker, die alle voll angefüllt sind mit allerlei moralischen Verbrechern, und wie von Minute zu Minute diese Kerker immerwährend einen großzähligen Zuwachs bekommen, daß, wenn diese Kerker auf einem Punkte vereiniget wären, ihr glauben müßtet, die ganze Generation der Erde wird sich in wenigen Jahren bequemen müssen, allda hinein zu marschiren.

[DZS 1.5] Und fraget, was geschieht denn nun diesen Menschen, die da hinein kommen? Da sehet nur ein wenig her gegen Morgen; seht, da stehen schon eine Anzahl todtenbleicher Schaaren, umgeben von allerlei bewaffneten Menschen und giftigen Richtern, und sehet weiter da eine Anzahl Mordinstrumente, mit denen diese Unglücklichen hingerichtet werden. Allda sehet ihr brennende Scheiterhaufen, da Galgen, Schaffote und vielerlei andere Mordinstrumente. Sehet, das ist die letzte Besserungsanstalt für solche moralische Verbrecher!

[DZS 1.6] Nun werdet ihr fragen, was haben denn alle Diese angestellt? Ja, sage Ich, es giebt darunter Mörder, Räuber, Diebe, Ueberläufer und Aufwiegler des Staates. Es giebt ferner noch eine Menge Menschen, die durch allerlei Betrügereien dem Staate großen Schaden gebracht haben; darunter, die sich gegen eine oder die andere politische oder auch moralische Anordnung schwer verstoßen haben. Sehet, da sind sonach die Verbrechen dieser Unglücklichen aufgedeckt, insoweit dieselben als wenigstens ein scheinbarer Grund dienen können.

[DZS 1.7] Nun aber wollen wir eine weitere Frage thun, und fragen: Worin liegt denn der Grund, daß diese Menschen zu solchen Verbrechern geworden sind? Und so ihr auch Jemand Andern fragen möchtet um diesen Grund, so werdet ihr sicher keine andere Antwort bekommen, als: Der Grund liegt entweder in der vernachlässigten Erziehung, oder, was ohnedieß Eines und Dasselbe ist, es waren schon ihre Eltern, Vor- und Ureltern also gestaltet.

[DZS 2.10] Es versteht sich von selbst, daß die Mädchen von der ausgezeichnetsten Schönheit und die Knaben von der frischesten Gesundheit sein müssen. Wer von den Eltern ein solches Opfer darbringt, nebst noch einer andern bedeutenden Aussteuer dazu, der kann sich dann zwei Dinge erbitten, nämlich daß er für's Erste einen sogenannten Ablaß von allen seinen Kindern erlangt, und ihm alle Bußwerke erlassen werden, oder er kann sich auch, was eine besondere Begünstigung ist, von den Engeln alsogleich von seinem Körper entbinden lassen, um auf diese Weise höchst zuverlässig zu seiner Seligkeit zu gelangen?

[DZS 2.12] Wenn sie dann zurückkommt, ist sie dann auch hinreichend gesegnet; und dieser Segen kann eine solche Wirkung haben, daß sie, falls der Gatte früher stürbe, sich nicht zu verbrennen braucht, sondern kann entweder eine andere Person für sich verbrennen lassen, oder sich vor dem Verbrennen mittelst einer bedeutenden Opferung gänzlich verwahren. —

[DZS 2.17] Ich sage, so erfinderisch auch der Satan ist, aber wahrlich Ich habe im Geheimen auch eine Erfindung gemacht, über die er sich bald von Ewigkeit zu Ewigkeit wird zu wundern haben. Ich habe lange geduldet, und wartete allenthalben auf Besserung; allein die Erde ist voll Eckelgeruchs geworden; darum habe Ich Meine Fackel schon angezündet, um sie in der Bälde zu verbrennen, damit ihr Eckelgeruch nicht sogar in Meine Himmel emporsteige, und die Wohnungen Meiner Getreuen verpeste.

[DZS 3.4] Sehet, alle diese Einwohner, die da noch irgend ein Gewerbe treiben, sind nichts als Leibeigene ihrer Herrscher; das Schwert des Despoten umschwirrt beständig ihren bloßen Nacken, so sie nicht Alles beinahe, was sie sich erworben, abgeben an ihren Herrscher.

[DZS 3.12] Doch daher blicket, und schauet kühne, bewaffnete Kletterer des Despoten kühn ersteigen die Bergspitzen, und sehet hin, wie sie sich hinabstürzen auf die friedlichen Hütten, all' die friedlichen Bewohner übel umbringen, und ihre ganze Habe fortschleppen, und setzen andere gefangene Menschen an ihre Stelle und legen ihnen bei der fürchterlichsten Todesstrafe die sauere Pflicht auf, wenigstens für 10 Jahre im Verlauf von 3 Jahren den Tribut für den Despoten zu erarbeiten.

[DZS 3.13] Sehet hierher, da ist eine andere solche Landschaft, da vor 3 Jahren Solches geschehen; sehet, wie diese Tribut-Erheber sich soeben jenen dahin gestellten Sclaven nähern und ihnen alle ihre erworbene Habe nehmen und fortschleppen, nachdem sie sie zuvor grausam gemißhandelt, und alle ihre Weiber und Mägde genothzüchtiget haben.

[DZS 3.17] Denn Ich sage, und kann euch nicht mehr sagen, so weit ist es allhier gekommen, daß sogar eine Wohlthat, die alldort ausgeübt wird von den Großen dieses schönen Reiches, eine allerbarste Grausamkeit ist.

[DZS 3.20] Nun lassen wir diesen nördlichen Theil dieses elenden Landes, wie auch den von ganz Afrika, und dahier sehet die unbekannte Mitte dieses Landes! Sehet hier noch hie und da die Hütten zerstreut, sehet, dieses Land ist groß und ist ringsum eingeschlossen von den unübersteiglichsten Bergen; sehet, das ist der einzige Punkt der Erde, da sich noch eine unverdorbene, höchst gutmüthige Menschenklasse vorfindet.

[DZS 3.22] Das ist zugleich der einzige kleine Anhängepunkt, der die Erde noch verbindet mit Meinem Himmel, und merket euch wohl, was Ich euch soeben sagen werde: Wenn ein frecher Fuß dieses Heiligthum habsüchtig betreten wird, will Ich Meine Fackel über die Erde schleudern. —

[DZS 3.25] Und nun begebet euch noch ein wenig hierher an die südwestliche Küste dieses Landes. Sehet da dem löblichen Menschenhandel ein wenig zu, sehet, wie allda despotische Wucherer ihre unter allen Namen verruchten Schiffe mit den armen unsterblichen Menschen vollauf bepacken; sehet ein wenig herein in dieses Schiff; sehet, wie es ringsum kaum spannhohe Bretergallerien hat, und wie da auf diese Gallerien gleich Holzscheiten diese Armen neben einander hin auf dem Bauche liegend geschichtet werden.

[DZS 4.5] Nun dürftet ihr wohl schon beinahe errathen, was dieses Schiff im Schilde führt; nur wartet noch ein wenig. Betrachtet die Mienen des Observators am hohen Maste, wie er mit einem Rohre versehen nach allen Seiten herum stiert und die unübersehbare Wasserfläche von Woge zu Woge mustert; aber noch immer erblickt er kein Land.

[DZS 4.7] Nun sehet ein wenig die Scene! Sehet, dahier werden Loose in einen Topf geworfen; sehet, nun ziehen sie. Ein armer Neger hat das Loos gezogen; sehet, nun wird er entkleidet, seine Augen werden ihm verbunden, beide Arme an der Achsel fest unterbunden. Sehet, es naht sich der Scherge und öffnet ihm die Adern, und das Blut, das aus seinen Adern entströmt, wird alsogleich mit etwas Rum vermengt, zur Stillung des Durstes getrunken, der entblutete Neger aber wird sobald über Bord in's Meer geworfen; und weil dieser Trank nicht für Alle hinreichte, so wird dieses Verfahren noch an Einigen vollzogen, und aus ihren Adern der Bluttrank bereitet.

[DZS 4.9] Aber nun sehet, der Observator schreiet „Land" vom Korbe; sogleich ist Alles heiter auf dem Schiffe, alle Segel werden, wie ihr sehet, nach dieser Insel hingerichtet. Sehet, wie ein Pfeil fliegt das Schiff über thurmhohe Wogen dahin, und sehet, sie haben soeben eine Bucht erreicht; die Anker werden geworfen, alle Mannschaft bis auf die nöthigen Wachen eilet in die kleinen Fahrzeuge, und mit diesen an die Küste.

[DZS 4.19] Was geschieht aber mit diesem Raubschiffe? Da sehet nur recht genau her, ihr werdet es gleich entdecken. Sehet, wie emsig die englischen Matrosen, also commandirt von ihrem Befehlshaber, die sämmtliche Mannschaft dieses Schiffes ausziehen, ihre Kleider in's Meer werfen, die Menschen aber mit langen spitzigen Nägeln nach der Ordnung der Sclavenlagerung an's Verdeck annageln, den Capitain aber auf dem Maste bei den Händen mit dem Gesichte auswärts aufhängen und seine Füße mit einem Stricke unter dem Maste befestigen; und als sie mit dieser Arbeit nun fertig sind, gehen sie in die Kajüten, nehmen noch alles Brauchbare zu sich, spannen dann die Segel dieses Schiffes, verlassen es dann, natürlich in ihr Schiff zurückkehrend, und geben es mit dem gellendsten Jammergeschrei von dem Verdecke den Winden preis. —

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