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[DZS 1.1] In der sogenannten bessern und gebildeten Welt, wo besonders die christliche Religion unter verschiedenen Sectenformen gäng und gebe ist, wird die Moral meist nur also geprediget, wie sie in politischer Hinsicht den Machthabern entweder in weltlichen oder in geistlichen Dingen gerade am zweckdienlichsten ist.

[DZS 1.4] und so sehet euch ein wenig um, — erblicket die zahllosen Kerker, die alle voll angefüllt sind mit allerlei moralischen Verbrechern, und wie von Minute zu Minute diese Kerker immerwährend einen großzähligen Zuwachs bekommen, daß, wenn diese Kerker auf einem Punkte vereiniget wären, ihr glauben müßtet, die ganze Generation der Erde wird sich in wenigen Jahren bequemen müssen, allda hinein zu marschiren.

[DZS 1.5] Und fraget, was geschieht denn nun diesen Menschen, die da hinein kommen? Da sehet nur ein wenig her gegen Morgen; seht, da stehen schon eine Anzahl todtenbleicher Schaaren, umgeben von allerlei bewaffneten Menschen und giftigen Richtern, und sehet weiter da eine Anzahl Mordinstrumente, mit denen diese Unglücklichen hingerichtet werden. Allda sehet ihr brennende Scheiterhaufen, da Galgen, Schaffote und vielerlei andere Mordinstrumente. Sehet, das ist die letzte Besserungsanstalt für solche moralische Verbrecher!

[DZS 1.7] Nun aber wollen wir eine weitere Frage thun, und fragen: Worin liegt denn der Grund, daß diese Menschen zu solchen Verbrechern geworden sind? Und so ihr auch Jemand Andern fragen möchtet um diesen Grund, so werdet ihr sicher keine andere Antwort bekommen, als: Der Grund liegt entweder in der vernachlässigten Erziehung, oder, was ohnedieß Eines und Dasselbe ist, es waren schon ihre Eltern, Vor- und Ureltern also gestaltet.

[DZS 1.8] Ich frage aber wieder, woran lag es denn, daß diese Menschen eine so schlechte Erziehung erhielten, ja daß man in der Erziehung eine ganze Generation vernachlässiget hat? Ihr dürft gar nicht weit greifen, und die Antwort wird sich euch von selbst aufdringen: Der Hauptgrund ist kein anderer, als die Politik, vermöge welcher die machthabende Menschenklasse sich um nichts so sehr kümmert, als daß die Untergeordneten ja so viel als möglich in aller Dunkelheit gehalten werden möchten, in der Furcht, wenn das Volk nähere Aufschlüsse über Mich und dadurch auch über seine eigene Bestimmung erhalten möchte, es da mit ihrer Macht und ihren zeitlichen Einkünften bald ein Ende haben dürfte;

[DZS 1.13] andererseits entstanden Kirchentrennungen und Sectereien, und zwar durch Männer, die mehr oder weniger die Thorheit einer solchen gepredigten Gottheit einsahen und gewisserart in ihrem Geiste sagten: Höret, mit der Gottheit, wie sie da gelehret wird, ist ja rein nicht auszukommen; wir wollen daher die reine Lehre selbst zur Hand nehmen, sie näher prüfen, und sehen, ob der Gottheit nicht irgend bessere Seiten abzugewinnen sind? —

[DZS 2.1] Da sehet her auf die Tafel; sehet, das Land, was vor euch ausgebreitet liegt, ist Asien. Sehet da die Völker, wie sie sammt und sämmtlich mit dem dichtesten Schleier umhüllt durch einander rennen, und nichts als Wehklagen über Wehklagen aus ihrer hohlen Brust ausstoßen.

[DZS 2.2] Hier ist nichts zu finden, als das krasseste Heidenthum, und wenn auch noch hie und da eine christliche Schaar zu Mir betet, wie sich auf dem Bilde darstellet durch die kleinen nackten und blutenden Menschengruppen. Da sehet hübsch in der Mitte von Asien eine riesenhafte Burg im Hochlande; es ist die Burg des Gottes Brama. Sehet, Dieser stellt es recht an; denn er versteht die Kunst, sogar die Könige zu prellen, und sie mit Dreck zu füttern.

[DZS 2.4] Wer da hinkommt in die Nähe, und bringet Gold und Edelsteine, fette Ochsen, Kühe, Kälber und Schafe, dem thun die Engel nichts, sondern sie nehmen das Opfer in Empfang, und der Geber wird bloß mit 50 bis 100 Bambusstreichen entlassen.

[DZS 2.8] Ihre Grausamkeit hat in dieser Hinsicht keine Grenzen; und doch ist ihre Verfassung überall so proclamirt, daß Niemand nach ihrer Lehre die ewige Seligkeit erlangen könne, wenn er diesem Brama wenigstens nicht einmal in seinem Leben ein tüchtiges Opfer dargebracht hat.

[DZS 2.9] Allein solche Opfer sind noch nicht Alles, was dieser Brama von seinen Gläubigen verlangt; er verlangt auch Menschenopfer. Für's Erste muß ihm jedes Weib nach dem Tode des Mannes geopfert werden, für's Zweite müssen ihm jährlich Mädchen und Knaben geopfert werden, d. h. die Mädchen dürfen nicht unter 12, aber auch nicht über 14 Jahre alt sein; Knaben aber müssen schon im 6. Jahre ihres Alters geopfert werden.

[DZS 2.10] Es versteht sich von selbst, daß die Mädchen von der ausgezeichnetsten Schönheit und die Knaben von der frischesten Gesundheit sein müssen. Wer von den Eltern ein solches Opfer darbringt, nebst noch einer andern bedeutenden Aussteuer dazu, der kann sich dann zwei Dinge erbitten, nämlich daß er für's Erste einen sogenannten Ablaß von allen seinen Kindern erlangt, und ihm alle Bußwerke erlassen werden, oder er kann sich auch, was eine besondere Begünstigung ist, von den Engeln alsogleich von seinem Körper entbinden lassen, um auf diese Weise höchst zuverlässig zu seiner Seligkeit zu gelangen?

[DZS 2.11] Ein anderes Begnadigungsmittel ist noch das, daß, so Jemand ein hübsches junges Weib genommen hat, so darf er dieselbe nicht eher berühren, sondern wenn er diese Gnade erhalten will, so muß er sie an die Grenze, da die Engel Wache halten, hinbringen. Allda muß sie sich im Angesichte der Engel ganz nackt ausziehen, in ein schon dazu bereitetes Bad steigen, und sich da waschen, und wenn sie aus dem Bade kommt, sich dann festlich schmücken, und sich von dem Wache habenden Engel drei Nächte hindurch beschlafen lassen.

[DZS 2.12] Wenn sie dann zurückkommt, ist sie dann auch hinreichend gesegnet; und dieser Segen kann eine solche Wirkung haben, daß sie, falls der Gatte früher stürbe, sich nicht zu verbrennen braucht, sondern kann entweder eine andere Person für sich verbrennen lassen, oder sich vor dem Verbrennen mittelst einer bedeutenden Opferung gänzlich verwahren. —

[DZS 2.14] Sehet, solchem Unsinne muß Ich schon beinahe in das dritte Jahrtausend zusehen, wie dieses verruchte Volk im Besitze von der alten noch vorsündfluthlichen Religion, davon ihr jetzt schon einige Kenntnisse habt, solchen unaussprechlichen Unfug treibet! — Da sehet her am Ende der erleuchteten Tafel: Seht, eine Sanduhr ist es, und wenige Körnchen nur sind noch zum Falle übrig. —

[DZS 2.17] Ich sage, so erfinderisch auch der Satan ist, aber wahrlich Ich habe im Geheimen auch eine Erfindung gemacht, über die er sich bald von Ewigkeit zu Ewigkeit wird zu wundern haben. Ich habe lange geduldet, und wartete allenthalben auf Besserung; allein die Erde ist voll Eckelgeruchs geworden; darum habe Ich Meine Fackel schon angezündet, um sie in der Bälde zu verbrennen, damit ihr Eckelgeruch nicht sogar in Meine Himmel emporsteige, und die Wohnungen Meiner Getreuen verpeste.

[DZS 3.2] Sehet hier die nördlichen Küsten, sehet hier im Norden das alte Egypten; sehet weiter hin gegen Westen all' die euch bekannten Raubstaaten, besehet allda die schroffen Gebirgsmassen und zwischen ihnen wieder unabsehbare Sandwüsten und Steppen. —

[DZS 3.5] Sehet, wie ihre Priester ihnen von ihren Thürmen Fluch und Trug, aber keinen Segen predigen, und sättigen die Armen mit ihrer elysäischen Luft; während diese ihnen für dieses Nichts noch Das, was ihnen der Herrscher gelassen, wenigstens zur Hälfte opfern müssen.

[DZS 3.6] Sehet, wie einige wenigen Christen hier eine ganz elend klägliche Figur machen, während wieder andere mächtigere Namen-Christen wohlbewaffnet in mächtigen Heeren herumziehen und die Elenden noch elender machen, als sie ohnedieß sind, und bringen ihnen, wie ihr sehet, statt Meinem Segen und Meiner Gnade, Krieg, Tod, Verheerung, Hungersnoth und noch andere zahllose Uebel. Wahrlich, so arg hat es Paulus nicht getrieben in seiner Christen-Verfolgung, als diese Christen es treiben mit den Elenden. Jedoch lassen wir diese Küste da oben, und sehen wir ein wenig nach Egypten.

[DZS 3.7] Sehet dieses schöne Land, diesen einstmaligen Segen Jacobs. Sehet hin, wie es aussieht; wahrlich die Hure Babels ist eine reine Jungfrau dagegen.

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